Seit Mitte März 2012 führt die Kantonsarchäologie Aargau gleichzeitig mit der Überbauung des Areals Oberdorf in Buchs eine Notgrabung durch. Dabei wurden die Reste eines Teils der Wirtschaftsgebäude des römischen Gutshofs erfasst.
Buchs | Über den 1955 bei einer Strassenbaukorrektur entdeckte Gutshof in Buchs war bis jetzt wenig bekannt. Einzig einige freigelegte Mauerzüge und Fundamente am Nordhang der Erhebung Bühlrain wurden erforscht. Ihre Lage und die qualitativ hochwertigen Begleitfunde liessen ein repräsentatives Wohnhaus, ein sogenanntes Herrenhaus, vermuten. Unklar blieb jedoch bis zu den laufenden archäologischen Untersuchungen die Ausdehnung der gesamten Anlage. Denn diese umfasst nebst einem repräsentativen Bauteil (Herren- haus) auch einen umfangreichen Wirtschaftstrakt mit Wohnbauten für das Personal und unterschiedlichen Produktions-, Lager- und Tierhaltungsstätten.
Der nordwestliche Wirtschaftstrakt
Die aktuellen archäologischen Untersuchungen ermöglichen die Ausdehnung des Gutshofs nach Nordwesten zu erfassen, wo Reste von Wirtschaftsgebäuden freigelegt werden konnten. Der etwa 75 Meter vom Hauptbau (Herrenhaus) entfernte Wirtschaftstrakt weist zwei Bauphasen auf. Die ältere Anlage kann schlecht rekonstruiert werden, denn sie wurde partiell abgerissen und Teile davon in den jüngeren Wirtschaftstrakt integriert. Eines der Gebäude fällt durch die regelmässige kammerartige Innengliederung besonders auf. Da jedoch bis jetzt nur wenige Funde aufgetaucht sind und keine spezifischen Einrichtungsgegenstände gefunden werden konnten, ist die einstige Funktion dieses Wirtschaftsgebäudes nach wie vor ungeklärt.
Gutshof datiert aus dem 2. Jahrhundert
Der Zeitpunkt der Entstehung des Gutshofs kann vorläufig auf Anfang des 2. Jahrhunderts datiert werden. Der Wirtschaftstrakt musste infolge eines Brandes im 3. Jahrhundert aufgegeben werden. Weitere Erkenntnisse über diesen Teil des römischen Gutshofs in Buchs erhofft sich die Kantonsarchäologie durch die Fortsetzung der archäologischen Untersuchungen.