Schweizer Kaninchen fahren total ab auf Fenchel-Würfel aus Muhen

Ein Qualitätsfutter der LG Muhen geht derzeit richtig durch die Decke: Die Nachfrage nach Fenchel-Würfel für Kaninchen, produziert in der eigenen Futtermühle, steigt von 5 Tonnen im Jahr 2013 auf 40 Tonnen im Vorjahr. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden bereits 30 Tonnen verkauft.

Derzeit erlebt Thomas Bieli einen Medienrummel. Dass die Landwirtschaftliche Genossenschaft (LG) Muhen als erste Futtermühle der Schweiz das umstrittene Palmöl durch einheimisches Rapsöl ersetzt (siehe Kasten), darüber berichteten über Ostern Radio SRF, die «Schweiz am Sonntag» und Anfang April die Fachzeitschrift «Schweizer Bauer».

Von 5 auf 80 Tonnen in vier Jahren? Dabei geht die zweite Erfolgsmeldung der LG Muhen fast unter: Ihr Kaninchen-Spezialfutter schlägt derzeit in Züchterkreisen ein wie eine Bombe. «Unsere Fenchel-Würfel verkaufen wir nun sogar bis nach Genf», freut und wundert sich Thomas Bieli. Der Geschäftsführer der LG Muhen muss die Produktion seines Kaninchen-Qualitätsfutters immer höher hinaufschrauben. Noch im Jahr 2013 verkaufte er nur rund 5 Tonnen des Nischenproduktes, welches in der eigenen Tierfuttermühle in Muhen produziert wird. Die Abnehmer kamen fast ausschliesslich aus der Region. Dann wurden Kaninchenzüchter aus dem Bernbiet auf das sehr gut verträgliche Futter aus Muhen aufmerksam. Die Erfolgsgeschichte nahm seinen Lauf. Es sprach sich herum und immer mehr Züchter verlangten die Fenchel-Würfel aus Muhen.
«Unser Rezept ist schon 30-jährig und besteht nebst Fenchel aus 20 Kräutern und guten Rohkomponenten aus der Region», erklärt Bieli und fügt an, dass die Futtermischung immer exakt gleich bleibe und dieses Futter vor allem für junge Kaninchen besser verträglich sei. Die Züchter verzeichnen dadurch bei ihren Tieren weniger «Abgänge», wie die Todesfälle im Jargon genannt werden, als mit vergleichbarem Futter der grossen Konkurrenz.
Einmal mehr erweist es sich als Vorteil, dass die LG Muhen eigenständig blieb und sich nicht der grossen «Landi» anschloss. Ebenfalls weitsichtig war, dass die LG Muhen schon vor Jahren eigene Futtersäcke produzierte. So werden die Fenchel-Würfel in 25-kg-Säcken in die ganze Schweiz geliefert – auf ihnen allen prangt das Logo der LG Muhen. Im Laden in Muhen gibt es sie auch in der kleineren Variante, als 5-kg-Sack.

Zehn Tonnen pro Monat Die Nachfrage am Kaninchenfutter stieg sprunghaft: Im Vorjahr wurden bereits 40 Tonnen produziert. Nach Inseraten und Marktberichten in der «Tierwelt» geht es seit Anfang 2017 richtig los: Im ersten Quartal wurden 30 Tonnen verkauft. Doch Thomas Bieli bleibt vorsichtig und rechnet für 2017 mit 80 Tonnen, wenn es weiterhin gut laufe.
Alles schön und gut also? Thomas Bieli wiegelt ab. «Wir müssen uns vermehrt auf Nischenprodukte wie Kaninchenfutter konzentrieren, weil wir immer weniger Futter für Kühe verkaufen», erklärt der LGM-Geschäftsführer, «dies, weil einige Bauern aus der Milchproduktion aussteigen und die Übrigen ihre Tiere extensiver Futtern». Nun hofft Bieli, dieses Minus mit dem Plus des Kaninchenfutters zu kompensieren.