Ein Stelldichein in der Steilwandkurve

Eine Woche ist es her, seit es auf der offenen Rennbahn in Zürich Oerlikon wieder hiess: «Gentelmen start your Engine». Zum 15. Mal hatte der Organisator Georg Kaufmann eine illustre Palette von über 60 hochkarätigen Rennwagen und Rennmotorrädern aus verschiedenen Zeitepochen für das Indianapolis Oerlikon organisiert.
Ab 16.00 Uhr hatten die Besucher die Möglichkeit, die Preziosen zu bestaunen, mit den Fahrern und den Mechanikern zu sprechen, kurz: Motorsport hautnah. Durch den Holziker Peter Kaspar, er startete mit einem 196 PS  starken LCR Gespann, und den Staffelbacher Heinz Hunziker, er amtete als Rennmechaniker für den Formel 2 Brabham BT 36 des  Stallikers Luciano Arnold, war auch die Landanzeiger Region vertreten. Aus der näheren Umgebung waren zudem der Unterkulmer Kurt Schüttel, der zusammen mit seiner Frau historische Seitenwagenrennen fährt und Peter Hochuli aus Däniken, er stand mit seinem Ducati Racer aus dem Jahre 1969 am Start.
Zwischendurch die Leisetreter Brüllend, kreischend, bollernd. Der Sound der verschiedenen Renner ist Musik in den Ohren der Motorsportfans. Und dies sind beileibe nicht nur Männer. Viele Frauen interessierten sich für die Technik, das besondere, eigenständige Design, das es früher noch gab, oder etwa die Frage, wie es sich anfühlt, als Beifahrerin in einem Seitenwagengespann mitzufahren. Bei Aniko Szüks, der Beifahrerin von Peter Kaspar, konnte man erfahren, dass es anstrengend, kräfteraubend, spannend, schnell und  vor allem einfach wahnsinnig aufregend und cool ist.
Dem Rennmechaniker Heinz Hunziker geht es um andere Aspekte des Rennsports. Die hochgezüchteten Motoren verlangen nach einer besonders kompetenten Wartung. Wer sich auf seiner Seite www.hunzikermotorsport.ch umsieht, staunt nicht schlecht ob den Rennwagen, Oldtimern und Motorsportlegenden, auch aus der Formel 1, die er baut, wartet, restauriert oder wieder zum Leben erweckt. Zuerst ganz laut und dann ganz leise. Das Beton Oval gehörte an diesem Abend aber nicht nur den Motorisierten. Abwechselnd mit den Rennfahrzeugen kämpften verschiedene Radrennfahrer  in Scratch, Ausscheidung, Punktefahren und am Schluss die Steher um Sieg und Ehre. Wenn es bei den Pedaleuren  jeweils um die Entscheidung in einem der  Rennen ging, wurde es auf den Rängen rund ums Oval beinahe so laut, wie wenn die Motorisierten ihre Runden drehten. Am Schluss war für alle klar, wir sehen uns nächstes Jahr am Indianapolis in Zürich Oerlikon wieder.