10,5 Millionen-Projekt: Neubau mit Coop, Wohnungen und Gemeindeverwaltung geplant

Mit einer Investition von 10,5 Millionen Franken will Moosleerau sein Dorfzentrum aufwerten. Auf dem ehemaligen «Sonnen»-Areal sollen ein Coop, altersgerechte Wohnungen und die Gemeindeverwaltung untergebracht werden. An einer Informationsveranstaltung stiess das Projekt auf breite Zustimmung.

Die Gemeinde Moosleerau hat das «Sonnen»-Areal gekauft. Nun plant sie eine Überbauung mit Coop, Platz für Verwaltung und Alterswohnungen.Bild: Peter Weingartner
Die Gemeinde Moosleerau hat das «Sonnen»-Areal gekauft. Nun plant sie eine Überbauung mit Coop, Platz für Verwaltung und Alterswohnungen.Bild: Peter Weingartner

Knapp 100 Personen nahmen an der Informationsveranstaltung der Gemeinde Moosleerau teil. Zwar stand kein Entscheid an, doch der Gemeinderat nutzte die Gelegenheit, die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Zukunft des «Sonnen»-Areals vorzustellen. Die präsentierte Variante fand bei den Anwesenden grossmehrheitlich Anklang.

Geplant ist ein Neubau mit drei Vollgeschossen und Attika sowie einer Tiefgarage. Im Erdgeschoss soll ein Coop-Laden mit rund 500 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Die Filiale wäre damit ähnlich gross wie jene in Brittnau. Im ersten Obergeschoss ist die Gemeindeverwaltung vorgesehen. Deren Umzug schafft in den bestehenden Räumlichkeiten zusätzlichen Platz für die Schule, die angesichts des erwarteten Bevölkerungswachstums bis 2031 mehr Raum benötigen dürfte.

Zusätzlich sind insgesamt acht altersgerechte Wohnungen vorgesehen. Die Wohnungsgrössen reichen von 67 bis 132 Quadratmetern. Laut Vizeammann Lorenz Uebelhart entspricht das Angebot einem häufig geäusserten Bedürfnis in der Gemeinde. Coop als langfristiger Mieter sichere zudem stabile Mieteinnahmen.

Investition soll sich langfristig auszahlen

Gemeindeammann Francisco Baños verwies sowohl auf Chancen als auch auf Risiken des Projekts. Die Finanzierung müsse vollständig über Fremdkapital erfolgen, was Zinsrisiken mit sich bringe. Auch die Entwicklung der Baukosten bleibe unsicher. Zudem entstehe Konkurrenz für den bestehenden Volg-Laden. Ein Gesprächsangebot der Gemeinde sei von Volg bislang nicht angenommen worden.

Demgegenüber sieht der Gemeinderat deutliche Vorteile: Das Dorfzentrum werde gestärkt und die langfristige Sicherung von Einkaufsmöglichkeiten gewährleistet. Baños betonte zudem, dass die Initiative für den neuen Standort von Coop ausgegangen sei.

Die Gesamtinvestition inklusive Landkauf, Neubau und Nebenkosten beträgt 10,5 Millionen Franken. Gemäss den Berechnungen der Gemeinde sollen die jährlichen Netto-Mieteinnahmen rund 300’000 Franken betragen. Dies entspreche etwa 15 Steuerprozenten. Langfristig wird mit einer Nettoren-dite von rund drei Prozent gerechnet. Eine Erhöhung des Steuerfusses sei deshalb nicht notwendig, obwohl die Pro-Kopf-Verschuldung vorübergehend ansteigen werde.

«Mit dieser Investition schaffen wir wichtige Infrastruktur und Wohnraum und generieren langfristig zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde», sagte Baños.

Planungskredit bereits im November

Eine Umfrage unter den Teilnehmenden zeigte, dass die Mehrheit im Projekt eine Chance für die Entwicklung des Dorfzentrums sieht. In der Diskussion standen weniger grundsätzliche Fragen als vielmehr Details wie Parkplätze, Mietpreise, Verkehrsführung oder die Gestaltung der Umgebung im Vordergrund.

Der Gemeinderat verfolgt einen ambitionierten Zeitplan. Bereits im November soll die Gemeindeversammlung über einen Planungskredit entscheiden. Ein Jahr später könnte der Baukredit vorliegen. Bei einem positiven Verlauf wäre der Abriss der bestehenden «Sonne» im Frühjahr 2028 möglich. Der Bezug des Neubaus durch Verwaltung, Mieterinnen und Mieter sowie Coop ist für Ende 2029 vorgesehen.

Bis dahin will der Gemeinderat die Rückmeldungen auswerten und gegebenenfalls im September zu einer weiteren Informationsveranstaltung einladen. Das vollständige Projektdossier ist auf der Website der Gemeinde verfügbar. Peter Weingartner/LA