13 Tage mitten im WM-Fieber
Die Heim-WM in Zürich und Fribourg begeisterte während zwei Wochen Hunderttausende Eishockeyfans. Mitten drin war auch Daniela Fischer aus Bottenwil. Als Volunteer stand sie während 13 Tagen in der Fan-Zone im Einsatz. Trotz der Finalniederlage blickt sie auf eine unvergessliche Zeit zurück.
Für Daniela Fischer war früh klar: An der Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz will sie unbedingt dabei sein. Als im September 2025 die Anmeldung für die Volunteers geöffnet wurde, meldete sie sich sofort an. Im April folgte die Zusage.
Während 13 Tagen arbeitete sie in der Fan-Zone in Zürich hinter der Theke. Dort war sie für Getränke, Drinks und das Zapfen von Bier zuständig. «Das Bier lief in Strömen», erzählt sie. Teilweise sei ein Fass bereits nach einer Viertelstunde leer gewesen. Besonders während der zweiten Turnierwoche wurde die Arbeit zur Herausforderung. Die hohen Temperaturen machten das Festzelt zu einer regelrechten Tropenhalle, gleichzeitig strömten Tausende in die Fan-Zone.
An den Spielen der Schweizer Nationalmannschaft war die Stimmung besonders ausgelassen. Obwohl die Fan-Zone nach der ersten Woche vergrössert wurde, reichte der Platz oft nicht aus. Bis zu 10’000 Personen hielten sich gleichzeitig auf dem Gelände auf. Am Finaltag warteten die Fans bereits am Vormittag auf den Einlass. Als die Tore geöffnet wurden, rannten viele los, um sich einen Platz im Zelt zu sichern. «So etwas muss man selbst erlebt haben», sagt Fischer rückblickend.
Begegnungen bleibenin Erinnerung
Neben der Arbeit waren es vor allem die Begegnungen, die Daniela Fischer in Erinnerung bleiben werden. Einige Gäste wurden während des Turniers zu Stammkunden. Dazu gehörten die Fahnenträger aus dem Entlebuch, die vor oder nach jedem Schweizer Spiel vorbeischauten. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr auch eine Besucherin aus Ungarn, die ihren Weisswein jeweils nur bei ihr bestellte. Aus der Bekanntschaft entstand eine Freundschaft – selbst am Finaltag trafen noch Glückwünsche aus Ungarn per Whatsapp ein. Beeindruckt zeigte sich Fischer auch von der Wertschätzung der Gäste. Viele bedankten sich für den Einsatz der Volunteers und lobten deren Arbeit. «Egal ob Schweizer oder ausländische Fans – die Rückmeldungen waren durchwegs positiv», erzählt sie.
Auch unter den Volunteers entstanden Freundschaften. Nach der Finalniederlage der Schweiz wurden gemeinsam Tränen vergossen. «Wir haben alle auf den Titel gehofft», sagt die Bottenwilerin. Zu den Höhepunkten gehörten ausserdem Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten wie Kevin Fiala, Andrea Glauser, Lars Weibel oder Musiker Bastian Baker. Sie besuchten die Fan-Zone und bedankten sich persönlich bei den Helferinnen und Helfern für ihr Engagement.
Wieder dabei, wennsich die Chance bietet
Die rund 1950 Volunteers leisteten während der Heim-WM insgesamt 203’000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Daniela Fischer trug ihren Teil dazu bei – und würde es jederzeit wieder tun. Besonders die Frauen-Eishockey-Weltmeisterschaft 2028 in der Schweiz hat sie bereits im Blick. Auch wenn der grosse Traum vom Schweizer WM-Titel unerfüllt blieb, überwiegen für sie die positiven Erinnerungen. «Es war einfach genial», sagt sie. Und eines steht fest: Die WM 2026 wird sie so schnell nicht vergessen. RAN



