20’000 Franken müssen reichen

Mitte August 2027 steigt in Schlossrued wieder ein Jubiläumsfest – aber in kleinerem Rahmen als noch 2002. Die örtliche Bevölkerung soll bei Speis und Trank und guter Musik ein paar gemütliche Stunden miteinander verbringen können.

Am 14. August 2027 soll die Dorfbevölkerung von Schlossrued gemeinsam feiern.Bild: zvg
Am 14. August 2027 soll die Dorfbevölkerung von Schlossrued gemeinsam feiern.Bild: zvg

1052 wird Schlossrued erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte der Gemeinde im unteren Teil des Ruedertals reicht also weit zurück – bis zum Beginn des Hochmittelalters. Entsprechend stolz ist man im Dorf auf die historischen Wegmarken. Nächstes Jahr steht wieder mal eine an: 975 Jahre Ersterwähnung.

Anlass genug für ein Fest – wenn auch diesmal nicht mit der ganz grossen Kelle angerichtet wird. Vor 24 Jahren, 2002, sei anlässlich des 950-Jahr-Jubiläums zünftig gefeiert worden, weiss Gemeindeschreiber Peter Lüthy, seit 2014 im Amt. «Nun, bei 975 Jahren, soll ein Fest für die Bevölkerung gemacht werden – in bescheidenerem Rahmen als damals.»

2002 fanden verteilt übers Jahr diverse Anlässe statt – manche begründeten sogar eine Tradition. Das trifft etwa auf den «Öpfeltag» zu, der damals ins Leben gerufen wurde. Im kommenden Jahr beschränken sich die Festivitäten auf einen Tag: auf Samstag, 14. August 2027.

Eingespieltes Team am Ruder

Auf die Bildung eines eigentlichen Organisationskomitees für das 975-Jahr-Jubiläum wird verzichtet. Federführend bei der Organisation des Anlasses ist die Gemeindeverwaltung mit Gemeindeschreiber Peter Lüthy und der Gemeinderat mit Gemeindeammann Martin Goldenberger sowie der örtliche Werkhof. Also jene Kräfte, die jeweils beispielsweise auch für die Organisation des «Öpfeltages» verantwortlich zeichnen und ein eingespieltes Team bilden.

«Klar gibt das einen Mehraufwand», erklärt Lüthy, «aber wir machen es ja gerne. Wenn die Bevölkerung Freude am Anlass hat, hat man selbst auch Freude.» Er könne auf ausgezeichnete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen. Und überhaupt hätten die beteiligten Akteure untereinander ein sehr gutes Einvernehmen.

Das Fest soll zwischen dem späteren Nachmittag und dem nachfolgenden frühen Morgen über die Bühne gehen. Beabsichtigt sei, dass das Portemonnaie zuhause gelassen werden könne. Die Gemeinde wolle für die «einfache Verpflegung» aufkommen. Ein Detailkonzept hierfür liege derzeit aber noch nicht vor.

Im Rahmen der Feierlichkeiten dürfte es zudem eine Ansprache des Gemeindeammans sowie verschiedene Konzerte geben. «Wir haben schon Gespräche geführt mit regionalen Formationen», sagt Lüthy. Abmachungen mit Musizierenden aus den Sparten Volksmusik, Country sowie Soul/Rock seien getroffen worden. Auch ein DJ werde möglicherweise noch verpflichtet.

Broschüre mit Anekdoten

Ziel ist ausserdem, dass bis zum Festtag im August eine Broschüre vorliegen wird, in der Episoden aus der Dorfgeschichte sowie Erklärungen zu Familien-Übernamen aufgeführt sein sollen. «Dabei handelt es sich aber erst um eine Idee», so Lüthy. Nicht geplant sei eine umfangreiche historische Abhandlung; eine solche über die Geschichte der Talschaft liege bereits vor.

Auch wegen der beschränkten finanziellen Möglichkeiten soll das Fest einfach gehalten sein. Vorgesehen ist ein Kostenrahmen von 20’000 Franken. Die Budgetgemeindeversammlung am 13. November muss diesen Betrag noch gutheissen.

Die Kosten möglichst tief halten will man etwa durch die Wahl des Festortes. «Der Anlass wird nicht in der Mehrzweckhalle, sondern in einem örtlichen KMU durchgeführt werden», sagt Lüthy. Geplant sei das Jubiläumsfest auf dem Gelände des Holzbauunternehmens von Martin Hochuli. Dieser habe spontan seine Bereitschaft erklärt.

Grund ist die dort vorhandene Infrastruktur mit grossen Hallen. Lüthy erklärt: «Wir wollen das Fest im Freien machen, müssen aber bei ungünstiger Witterung auch drinnen etwas anbieten können. Das ist dort ideal – bestens geeignet für alle Wettersituationen.» Und auch die Lage mit umliegenden Parkmöglichkeiten sei ein Pluspunkt.

Achim Günter