37 Grad: Reitnau mit Bergrenn-Fieber
Die Rekordtemperaturen sorgten am Bergrennen Reitnau für weniger Zuschauer als in den Vorjahren. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Fahrer, Helfer und Fans trotzten der Hitze – und erlebten einmal mehr den besonderen Spirit des traditionsreichen Rennens.
Die extreme Hitze prägte die 57. Austragung des Bergrennens Reitnau. Statt des erhofften Gewitters stiegen die Temperaturen am Sonntag auf bis zu 37 Grad. Das machte sich auch bei den Zuschauerzahlen bemerkbar: Im Vergleich zum Vorjahr wurden weniger Eintritte verzeichnet. Genaue Zahlen lagen am Sonntagabend noch nicht vor.
Den Fahrerinnen und Fahrern verlangten die Bedingungen alles ab. Konzentration und Material litten unter der Hitze, die Reifen verloren an Haftung. Zu einem spektakulären Unfall kam es, als Christian Balmer aus Wilderswil mit seinem Formula-2-Rennwagen verunfallte. Er blieb unverletzt. Ansonsten verlief der Anlass weitgehend unfallfrei. Die Ambulanz rückte lediglich wegen eines medizinischen Notfalls im Publikum aus.
Ein Dorf lebt den Motorsport
Trotz der hohen Temperaturen blieb die besondere Atmosphäre erhalten. Besucher lobten die Nähe zu den Teams und das einzigartige Ambiente. «Rennsport unplugged – dass es so etwas heute noch gibt», schwärmte ein Gast. Auch OK-Präsident Jürg Gasser zeigte sich zufrieden. Um die Fahrer zu unterstützen, verteilte das OK 360 Flaschen Wasser an die Streckenposten, die diese auf der Rückfahrt vom Ziel an die Piloten weitergaben.
Für viele Fahrer zählt Reitnau zu den Höhepunkten der Saison. «Das Bergrennen hier ist super, eine abwechslungsreiche Strecke mit richtig geilen Kurven», sagte der Berner Urs Tschanz, der seit den 1980er-Jahren in Reitnau startet.
Sportlich setzte sich wenig überraschend erneut Robin Faustini aus Suhr durch. Mit seinem Nova NP 01-2 Honda Turbo sicherte er sich einmal mehr den Tagessieg und bestätigte seine derzeitige Dominanz am Berg. Jil Lüscher/LA



















