70 Jahre im Dienst der Feuerwehr – jetzt sagen «Dänu und Rögu» Adieu
34 Jahre für Daniel Baumann, 36 Jahre für Roger Schwendemann: An der Bevölkerungsübung der Feuerwehr Safenwil wurden der langjährige Kommandant und sein Vize gebührend verabschiedet. Dabei ging es für die beiden zum Abschluss ihrer Feuerwehrkarriere noch einmal hoch hinaus.
«70 Jahre gemeinsam im Einsatz mit Herzblut und Leidenschaft, Dänu und Rögu danke für alles»: Treffender hätte die Feuerwehr Safenwil ihre beiden langjährigen Offiziere kaum verabschieden können. Die Mannschaft entrollte die Botschaft am Feuerwehrmagazin für Kommandant Daniel Baumann und seinen Vize Roger Schwendemann. Ende Jahr ist für beide Schluss: Baumann tritt nach 34 Dienstjahren zurück, Schwendemann nach deren 36.
Zum Abschied ging es noch einmal hoch hinaus. Zunächst stiegen die beiden über eine Drehleiter auf das Magazindach. Danach brachte sie die Autodrehleiter der Stützpunktfeuerwehr Zofingen auf 32 Meter Höhe. Unter Sirenengeheul winkten Baumann und Schwendemann von dort den Safenwilerinnen und Safenwilern zu.
Gefragt nach dem, was von all den Jahren hängen bleibt, nannten beide unabhängig voneinander vor allem die Freundschaft und Kameradschaft. Zahlreiche Hilfeleistungen bei Hochwassern und andere Einsätze haben sich eingeprägt. «Schlimme Situationen waren mit der Kameradschaft tragbar», sagte Schwendemann.
Gemeindeammann Daniel Zünd würdigte insbesondere Baumanns Wirken als Kommandant. Er hob dessen autoritäres, zugleich ruhiges Auftreten sowie sein zielgerichtetes und unternehmerisches Handeln hervor. Ab Januar 2027 übernimmt Reto Heiz das Kommando.
Vom Packard bis zum verrauchten Keller
Die Verabschiedung bildete den emotionalen Rahmen der jährlichen Bevölkerungsübung, doch auch die Arbeit der Feuerwehr erhielt ihren Platz. Passend zur langen Geschichte der beiden Geehrten fuhren Baumann und Schwendemann in einem besonderen Stück Safenwiler Feuerwehrgeschichte vor: einem Packard aus dem Jahr 1928. Die Feuerwehrleute standen Spalier.
Den Achtplätzer kaufte die Feuerwehr 1949 für 2392 Franken als Occasion vom Schuhhersteller Bally. Der anschliessende Umbau kostete mit 17’357 Franken ein Vielfaches des Kaufpreises. Bis 1964 stand der «rote Amerikaner» im Dienst – heute sorgt er bei repräsentativen Anlässen noch immer für Aufsehen.
An mehreren Posten zeigte die Feuerwehr anschliessend, wie vielseitig ihre Aufgaben sind. Kinder kurvten mit Tretautos durch einen Verkehrsparcours oder bekämpften mit einer Handspritze einen simulierten Gebäudebrand. Erwachsene konnten mit Atemschutzausrüstung in einen verrauchten Keller steigen.
Auch ein überfluteter Keller wurde simuliert. Dabei galt es, zwei Tonnen Wasser abzupumpen. Eine Rechenaufgabe zeigte, wie gross die Unterschiede zwischen den Geräten sind: Für 28’000 Liter benötigt ein Wassersauger 187 Minuten, eine Tauchpumpe 70 Minuten – die Motorspritze schafft es in gerade einmal 14 Minuten. Alfred Weigel





