Aare und Suhre im «grünen Bereich»
Ein kantonales Monitoring zeigt: In 28 Prozent der untersuchten Fischproben aus Aargauer Gewässern wurden die PFAS-Höchstwerte überschritten. Besonders betroffen ist der Hallwilersee. Für die Aare und die Suhre im Gebiet des «Landanzeigers» gibt es hingegen keine unmittelbaren Massnahmen.

Das Amt für Verbraucherschutz (AVS) hat zwischen Mai 2025 und Januar 2026 insgesamt 107 Proben von wildlebenden Fischen analysiert. Untersucht wurden Alet aus Rhein, Aare, Reuss, Limmat und Bünz, Barben aus der Suhre, Forellen aus der Surb sowie Egli, Felchen und Hechte aus dem Hallwilersee. Die Probenahme erfolgte in Zusammenarbeit mit der Sektion Jagd und Fischerei, wie der Kanton Aargau in einer Mitteilung schreibt.
Das Ergebnis: 30 Proben beziehungsweise 28 Prozent überschritten die gesetzlichen PFAS-Höchstwerte. Betroffen sind insbesondere Hechte aus dem Hallwilersee sowie Alet aus Bünz und Reuss. Insgesamt zeigt sich, dass die Belastung je nach Fischart und Gewässer deutlich variiert. Fische aus Zuchten sind nicht betroffen.
Aare: KeineMassnahmen nötig
Für die Region des «Landanzeigers» besonders relevant sind die Resultate aus der Aare. Dort wurden zehn Alet-Proben untersucht. Die gemessenen Werte lagen im Durchschnitt unter-halb der gesetzlichen Grenzwerte.Das AVS sieht deshalb aktuell keinen Handlungsbedarf. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass PFAS auch in grossen Fliessgewässern nachweisbar sind, wenn auch auf zulässigem Niveau. Für Fischerinnen und Fischer an der Aare ändert sich somit vorerst nichts.
Suhre: Auchhier Entwarnung
Auch die Suhre wurde in das Monitoring einbezogen. Zehn Barben aus dem Fluss wurden analysiert. Die Ergebnisse lagen ebenfalls unter den geltenden Höchstgehalten.Für die Suhre werden deshalb weder Einschränkungen noch besondere Verzehrempfehlungen ausgesprochen. Damit bleiben die beiden wichtigen Gewässer im Landanzeiger-Gebiet aus heutiger Sicht ohne direkte Konsequenzen.
Anders präsentiert sich die Lage am Hallwilersee: Weil beim Hecht Grenzwertüberschreitungen festgestellt wurden, darf dieser bis auf Weiteres nicht mehr kommerziell vermarktet oder abgegeben werden. Privatpersonen dürfen ihn weiterhin fangen, das AVS empfiehlt jedoch maximal eine Portion (120 Gramm Filet) pro Monat.
Beim Egli lagen die Werte zwar unter dem Grenzwert, aber auf hohem Niveau. Hier wird geraten, höchstens alle zwei Monate eine Portion zu konsumieren.
Es wird weiter untersucht
PFAS sind langlebige Industriechemikalien mit wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Sie können sich in der Umwelt anreichern und über Lebensmittel in den menschlichen Körper gelangen.
Der Kanton plant 2026 ein weiteres Monitoring – diesmal bei Mischmilchproben aus Tanklastwagen. Erste Ergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.AG/LA