Aargauer sagen Ja zur Verkehrsentlastung von Suhr
Mit 54,3 Prozent Ja-Stimmen hat das Aargauer Stimmvolk das Verkehrsinfrastrukturprojekt VERAS angenommen. Das 384-Millionen-Franken-Projekt soll die Region Suhr vom Durchgangsverkehr entlasten. Während die Befürworter das Resultat als Vertrauensbeweis werten, fordert die Gegnerschaft weiterhin mehr Gewicht für nachhaltige Mobilität.

Die Region Suhr kann aufatmen: Die Aargauer Stimmberechtigten haben dem Projekt Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr (VERAS) mit 54,3 Prozent zugestimmt. In Suhr selbst fiel das Resultat mit 78 Prozent Ja-Stimmen deutlich aus. Noch höher war die Zustimmung in Gränichen und Teufenthal mit rund 80 beziehungsweise 79 Prozent.
Das Projekt soll die Verkehrsprobleme in der Region entschärfen und umfasst Investitionen von insgesamt 384,3 Millionen Franken. Geplant sind Massnahmen für Strasse, öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr.
Carmen Suter: «Grosse Erleichterung»
Für die Suhrer Gemeindepräsidentin Carmen Suter-Frey ist das Abstimmungsergebnis eine grosse Erleichterung. Die Gemeinde leide seit Jahren unter den Folgen des Verkehrs, sagte sie. Neben Staus seien auch Ortsbild, Sicherheit, Wirtschaft und Gemeindeleben betroffen.
Freude herrscht auch beim Ja-Komitee. Kampagnenleiter Stefan Huwyler bezeichnete das Resultat als Bestätigung für die Ausgewogenheit und Notwendigkeit des Projekts. Gleichzeitig bedauerte er, dass die Zustimmung in weiter entfernten Regionen des Kantons teilweise deutlich tiefer ausfiel. Insbesondere im Fricktal und im Freiamt sei die Solidarität mit der betroffenen Region begrenzt gewesen.
Die stärkste Ablehnung verzeichnete Wallbach mit einem Nein-Anteil von 61,7 Prozent, knapp vor Dietwil mit 61,5 Prozent.
Das Nein-Komitee zeigte sich enttäuscht über das Resultat, akzeptiert den Volksentscheid jedoch. Vertreter Ruben Brönnimann von den Jungen Grünen Schweiz kritisierte erneut die hohen Kosten und bezeichnete VERAS nicht als nachhaltige Lösung. Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich knapp 46 Prozent der Stimmberechtigten gegen die Vorlage ausgesprochen hätten. Dies müsse als Auftrag verstanden werden, den Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr stärker zu fördern.
Nächste Hürde folgt
Auch der Regierungsrat begrüsst das Abstimmungsergebnis. Landammann und Baudirektor Stephan Attiger sprach von einem deutlichen Zeichen der Bevölkerung. Besonders wertvoll sei die breite Unterstützung in der betroffenen Region.
Als Nächstes steht die Projektauflage an, die Ende Jahr erfolgen soll. Attiger zeigte sich zuversichtlich, dass das Vorhaben auch diese Etappe erfolgreich meistern wird. WIF/LA