Reinhold Messner: «Abenteuer ist dort, wo du nicht weisst, wie es ausgeht»

In der prall gefüllten Bärenmatte in Suhr fesselte der Extrembergsteiger und Abenteurer Reinhold Messner (81) die Besucher mit seinem Vortrag «Leben am Limit». Der wohl bekannteste Südtiroler sprach nicht nur über hohe Gipfel, sondern vor allem über Angst, Risiko und Verantwortung.

Der 81-jährige Südtiroler Abenteurer signierte Bücher und nahm sich Zeit für einen kurzen Schwatz mit den Besuchern.Bild: RAN

Der 81-jährige Südtiroler Abenteurer signierte Bücher und nahm sich Zeit für einen kurzen Schwatz mit den Besuchern.Bild: RAN

Reinhold Messner sprach in der Bärenmatte in Suhr über Grenzerfahrungen, Angst und Verantwortung. Bild: RAN

Reinhold Messner sprach in der Bärenmatte in Suhr über Grenzerfahrungen, Angst und Verantwortung. Bild: RAN

Reinhold Messner fasziniert noch immer. Als der bald 81-Jährige die Bühne der «Bärenmatte» betrat, gabs ein erstes Mal grossen Applaus. Mit beeindruckenden Bildern von verschiedensten Expeditionen, aber ohne grosse Show, berichtete Reinhold Messner ruhig und überlegt über seine Abenteuer, aber auch über Gefühle, Angst und Verluste.Gleich zu Beginn sagte er: «Der Berg ist weder gerecht noch ungerecht – er ist einfach gefährlich.» Damit machte er klar: Die Natur kennt kein Mitleid. Wer in die Berge geht, trägt selbst die Verantwortung.

Was ist ein Abenteuer?

Messner bestieg als erster Mensch alle 14 Berge über 8000 Meter. Viele davon ohne zusätzlichen Sauerstoff. Trotzdem ging es an diesem Abend nicht um Rekorde. «Ich gehe in die Berge, um mich selbst zu erleben», sagte er. Der Berg sei für ihn kein Gegner, sondern ein Spiegel. Seine einfache Erklärung für Abenteuer lautet: «Abenteuer ist dort, wo du nicht weisst, wie es ausgeht.» Wenn alles genau geplant und abgesichert sei, dann sei es kein Abenteuer mehr.

Ein Satz kam immer wieder vor: «Sicherheit ist eine Illusion.» Absolute Sicherheit gebe es nicht – weder am Berg noch im normalen Leben.

Angst gehört dazu

Messner, der nicht nur Extrembergsteiger, sondern auch Abenteurer, Buchautor und Gründer mehrerer Bergmuseen ist, sprach auch offen über Angst. «Angst ist kein Feind, sondern ein Ratgeber», sagte er. Angst helfe, vorsichtig zu bleiben und gute Entscheidungen zu treffen. Er verschwieg auch die Schattenseiten nicht. «Der Tod ist immer mit am Berg.» Diese Erfahrung prägte sein Leben stark. So verlor er bei derselben Expedition nicht nur sieben Zehen, sondern auch seinen eigenen Bruder Günther am 29. Juni 1970 beim Abstieg am Nanga Parbat (8125 m), im Himalaya-Gebirge in Pakistan, als dieser weit hinter ihm gehend, in eine Lawine kam. Am Ende wurde klar: Für Messner ist nicht der Gipfel das Wichtigste. Entscheidend ist, dass man Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Das Publikum in der Bärenmatte dankte es ihm mit langem Applaus und vielen gekauften Büchern. RAN