Auflösung? – Keine Rede davon

Wenn überall im Aargau die Ortsbürgergemeinden aufgelöst werden, weil ihnen nach und nach die Kompetenzen abhanden gekommen sind, ist die Auflösung zwar auch in Schlossrued ein Thema. Aber noch ist man dort weit davon entfernt.

Von Meisterhand gegrillt: André Windisch bereitete das Fleisch zu, das Samira Kuchling und die Gemeinderätin Beatrice Neeser (von links) anschliessend servieren.

Von Meisterhand gegrillt: André Windisch bereitete das Fleisch zu, das Samira Kuchling und die Gemeinderätin Beatrice Neeser (von links) anschliessend servieren.

Tagung mitten im Wald (von links): Samira Kuchling (Gemeindeschreiber-Stellvertreterin), Gemeindeammann Martin Goldenberger und Markus Bolliger, Gemeinderat und für den Wald zuständig.Bilder: Frieda Steffen

Tagung mitten im Wald (von links): Samira Kuchling (Gemeindeschreiber-Stellvertreterin), Gemeindeammann Martin Goldenberger und Markus Bolliger, Gemeinderat und für den Wald zuständig.Bilder: Frieda Steffen

Mitten im Wald, im idyllisch gelegenen Unterstand mit Brätlistelle des Männerchors Schlossrued, tagten die Ortsbürger der Gemeinde Schlossrued. Von den 103 Stimmberechtigten waren deren zwölf anwesend. Sie profitierten nicht nur vom lauen Sommerabend im Wald – ein kurzes Gewitter hatte die Temperaturen angenehm gemacht –, sondern auch vom feinen Steak, zubereitet vom Vizeammann André Windisch persönlich, serviert von den beiden Gemeinderätinnen Beatrice Neeser und Monika Hugentobler sowie Samira Kuchling.

Gemeindeammann Martin Goldenberger begrüsste und liess auch gleich die Finanzkommission mit Michael Seibert als Präsident, Alain Brem und Urs Müller wählen. Sie kümmern sich auch um die Finanzen der Einwohnergemeinde.

Gemeinderat und Ortsbürger Markus Bolliger ergänzte den gedruckten Rechenschaftsbericht mit einigen Aktualitäten. Im Jahr 2027 muss ein neuer Betriebsplan für das Forstwesen durch ein Ingenieurbüro erstellt werden. Grosse Änderungen wird es kaum ergeben. Im vergangenen Jahr wurde weniger geholzt als vorgesehen. Klimabedingt wird der Nachwuchs etwas gehemmt. «Mer wärde gseh, wies wiiter goht», meinte Bolliger. Der Leerber Werkhof wurde geräumt und anderen Zwecken zugeführt. Die Forstleute treffen sich neu alle in Muhen, die Förster in Schöftland. Das Rechnungsergebnis, so Markus Bolliger, sei immerhin positiv. 448 Franken wurden verdient. Michael Seibert verlas den Revisionsbericht. Die Ortsbürger verfügen immer noch über ein ansehnliches Vermögen.

Wie weiter?

Walter Bolliger fragte nach dem «Wie weiter» mit der Ortsbürgergemeinde, nachdem in der Zeitung immer wieder von Auflösung geschrieben werde. Martin Goldenberger erklärte, dass das Thema sehr wohl diskutiert und die Kosten analysiert wurden. Aber von Auflösung sei vorerst keine Rede, die Ortsbürgergemeinde habe hier noch Tradition. Immerhin geniessen die Ortsbürger das Privileg, anlässlich der Sommergmeind im eigenen Wald mit einem Steak bewirtet zu werden. st.