Besuch beim Obervogt im 17. Jahrhundert

Das 1627 erstellte Relief am Rundbogen des Schlosshofs nennt die damaligen Inhaber der Macht. Martin Müller amtierte als Obervogt und Daniel Gutscher als Finanzvorstand (Seckelmeister).

Das 1627 erstellte Relief am Rundbogen des Schlosshofs nennt die damaligen Inhaber der Macht. Martin Müller amtierte als Obervogt und Daniel Gutscher als Finanzvorstand (Seckelmeister).

Ausschnitt aus einer Zeichnung von Abraham Dünz, die den Haupttrakt um 1669 detailliert wiedergibt. Sie ist im Format A2 später koloriert worden.Bilder: zvg

Ausschnitt aus einer Zeichnung von Abraham Dünz, die den Haupttrakt um 1669 detailliert wiedergibt. Sie ist im Format A2 später koloriert worden.Bilder: zvg

Das Schloss Biberstein verfügte über eine solche Zugbrücke. Das Bild aus Hallwil wurde von Hanspeter Holzhauser retouchiert.

Das Schloss Biberstein verfügte über eine solche Zugbrücke. Das Bild aus Hallwil wurde von Hanspeter Holzhauser retouchiert.

Durch den Rundbogen neben der Schlossscheune betritt man das grosszügig angelegte Areal des Vogteischlosses in Biberstein. Im Hof reihen sich Wohngebäude, Remisen, Werkstätten und eine Bäckerei aneinander. Im Hauptgebäude gelangt man durch eine Wendeltreppe hinauf zur Zinne des Wehrturms.

Ursprünglich verfügte das Schloss nämlich über einen hoch aufragenden Turm, der aber während der Berner Herrschaft abgerissen wurde. Eine von Abraham Dünz erstellte Zeichnung zeigt die Anlage mit dem im Hauptgebäude integrierten Bergfried um 1669. Das Schloss diente damals dem Obervogt als Regierungssitz; hier wurden Gesetze erlassen, Abgaben des Zehnten eingezogen und schwere Vergehen abgeurteilt.

Als Verteidigungsanlage verfügte es auch über eine Zugbrücke, die den Bacheinschnitt überspannte. Vom gemauerten Portal – im Bild unmittelbar beim Hauptgebäude – konnte man sie bei drohender Gefahr hochziehen. Zusätzlich zum Graben des Dorfbachs schützten die geschlossene Häuserfront und ein Palisadenzaun die Siedlung.

Das Bernerwappen wurde 1643 von Balthasar Fisch an der südlichen Fassade aufgemalt. Es diente als weit herum sichtbares Zeichen der Berner Herrschaft, die bis 1798 andauerte.

Kurt Graf