Bewährte Zusammenarbeit erleichtert den Start
Seit Montag ist die Post im TopShop der Landi geöffnet. Der Start verlief ohne nennenswerte Probleme. Frühere Erfahrungen helfen.
Es wurden Unterschriften gesammelt, aber auch Info-Anlässe durchgeführt oder Flyer verschickt. Dass die Post ihre Dienstleistungen inskünftig nicht mehr in einer eigenen Filiale im Dorfzentrum, sondern ausserhalb in einem TopShop der Landi anbieten würde, hat in Kölliken doch einige Wellen geschlagen.
Nun galt es am Montag am neuen Standort ernst. Morgens um sechs Uhr konnten Postkundinnen und -kunden erstmals die Filiale im TopShop nutzen.
Laut Manuela Schmidig, Geschäftsleiterin der Landi Aarau-West, lief der erste Tag problemlos ab. Im Vorfeld seien ihre Mitarbeitenden von der Post kompetent geschult worden. Zum Kölliker Team zählen 13 Personen. Pro Schicht – täglich gibt es deren zwei – sind jeweils zwei oder drei Mitarbeitende im Einsatz. Mindestens in der ersten Woche ist zudem pro Schicht immer ein Schulungsverantwortlicher der Post vor Ort, um die Mitarbeitenden der Partnerfiliale eng zu begleiten.
Erfahrungswerte vorhanden
Einer dieser Postangestellten, die zu Beginn die Landi-Mitarbeitenden unterstützen, ist Boris Amstutz. Er arbeitet selbst im Schalterdienst bei der Post und betreut daneben 22 Partnerfilialen. Dass der Start reibungslos verlaufen ist, liegt nicht zuletzt daran, dass die Zusammenarbeit zwischen Landi und Post bereits etabliert ist und bereits gegenseitige Erfahrungswerte vorhanden sind – sogar auf persönlicher Ebene. Amstutz und Schmidig haben bereits bei einer anderen Filiale mit Partner zusammengearbeitet.
«Das ist ein grosser Vorteil», findet Schmidig. Sie berichtet, dass es innerhalb der Landi Aarau-West beispielsweise im solothurnischen Winznau ebenfalls bereits eine Postfiliale in einem TopShop gebe. Die Landi unterhält auch in Volg-Läden Postfilialen – im Gebiet Aarau-West etwa in Erlinsbach SO oder in Gretzenbach – und sieht sich laut Schmidig deshalb auch als «Grundversorger».
Gemäss Eric Send, Spezialist Politik und Kommunikation Region Mitte, hat der Andrang am Montag den Erwartungen entsprochen. Erste Reaktionen seien positiv ausgefallen. So habe die erste Person kurz nach sechs Uhr ihre Zufriedenheit darüber ausgedrückt, dies so früh am Morgen erledigen zu können. Eine andere Kundin habe das Parkplatzangebot und die erweiterten Öffnungszeiten gelobt.
Nachgefragt worden seien am Starttag vor allem Paketaufgaben, Abholungen von eingeschriebenen Briefen, Briefaufgaben und wenige Einzahlungen. Manuela Schmidig betont, dass der Fokus nun darauf liege, «einen guten Job zu machen, damit die Kunden bei uns sicher nicht den schlechteren Service erhalten als bei der Post».
Bauliche Anpassungen möglich
Mit dem «funktionalen» Erscheinungsbild des Postschalters ist Schmidig zufrieden. «Wir haben entschieden, mal in einem kleinen Rahmen zu starten.» Sollte die Päckliflut nicht bewältigt werden können, würde die Möglichkeit bestehen, bauliche Anpassungen vorzunehmen. Da die Post in Kölliken neu aber auch einen Hausservice anbiete, sei es momentan noch schwer abzuschätzen, wie viele Leute von der neuen Postfiliale Gebrauch machen würden.
Trotz des Standorts weitab vom Dorf: Schmidig, Amstutz oder Send sind überzeugt, dass die seit Montag geltende Lösung für die Kundschaft durchaus auch Vorteile bietet – insbesondere wegen der wesentlich längeren Öffnungszeiten gegenüber einer herkömmlichen Postfiliale. Achim Günter



