Budget 2027: Erneut tiefrote Zahlen – Forderungen an den Kanton
Das Budget 2027 der Gemeinde Buchs rechnet bei einem unveränderten Steuerfuss von 118 Prozent mit einem Minus von rund 3,1 Millionen Franken. Verantwortlich dafür sind vor allem weiter steigende Pflegekosten sowie tiefere Steuererträge. Gleichzeitig stehen in den nächsten Jahren Investitionen von über 100 Millionen Franken an.

Bereits die Jahresrechnung 2025 hatte die schwierige finanzielle Situation der Gemeinde deutlich gemacht. Statt des budgetierten Defizits von rund 935’000 Franken schloss sie mit ei-nem Aufwandüberschuss von rund 3,1 Millionen Franken ab. «Ausschlaggebend waren insbesondere die massiv höheren Aufwendungen für die Pflegefinanzierung sowie die erneut deutlich tieferen Steuererträge der juristischen Personen», schreibt der Gemeinderat. Diese Entwicklung sei bei der Erarbeitung des Budgets 2027 berücksichtigt worden, weshalb sich trotz weiterer Sparbemühungen ein ähnliches Bild wie im Vorjahr ergebe.
Handlungsspielraum wird kleiner
«Die finanzielle Situation der Gemeinde bleibt unverändert angespannt», hält der Gemeinderat in seiner Mitteilung fest. Die Ergebnisse der vergangenen Jahre würden auf eine strukturelle Entwicklung hindeuten, welche den finanziellen Handlungsspielraum zunehmend einschränke. Allein die Pflegerestkosten steigen gegenüber dem Vorjahr um weitere 600’000 Franken, was vier Steuerfussprozenten entspricht. «Einsparungen in einzelnen Bereichen können die grossen, teilweise gebundenen Kostenblöcke nur begrenzt kompensieren», heisst es im Schreiben weiter.
Steuereinnahmen entwickeln sich unterschiedlich
Während sich die Steuererträge der natürlichen Personen laut Gemeinderat weiterhin stabil entwickeln, bleibt die Situation bei den Unternehmenssteuern schwierig. Für 2027 rechnet die Gemeinde mit Einnahmen von rund 1,1 Millionen Franken. Zum Vergleich: 2018 lagen die Unternehmenssteuern noch bei 3,76 Millionen Franken.
Millionen für Investitionen geplant
Neben der angespannten Finanzlage wartet auf die Gemeinde ein umfangreiches Investitionsprogramm. Für das kommende Jahr sind Investitionen von rund 4,4 Millionen Franken vorgesehen. Bis 2030 sollen nach heutigem Planungsstand weitere rund 98 Millionen Franken vor allem in die Bereiche Bildung und Infrastruktur fliessen. Allerdings befinden sich mehrere Projekte noch in unterschiedlichen Planungsphasen. «Projektumfang, Kosten und Terminierung können sich entsprechend noch verändern», schreibt der Gemeinderat. Zudem bestünden wegen der Schulraumplanung derzeit noch erhebliche Unsicherheiten.
Kanton soll abfedern
Angesichts der stark steigenden Pflegerestkosten fordert der Gemeinderat Unterstützung durch den Kanton. Er erwarte «rasche und angemessene Abfederungsmassnahmen», da die Gemeinden auf diese Kostenentwicklung kaum Einfluss nehmen könnten, wie es in der Mitteilung heisst.
Positiv entwickeln sich hingegen die Eigenwirtschaftsbetriebe: Wasserwerk und Abfallwirtschaft rechnen erneut mit Überschüssen, während das Defizit der Abwasserbeseitigung durch vorhandene Reserven gedeckt werden kann. GEM/LA