Dargebotene Hand nach zwölf Jahren mit neuer Präsidentin
An der diesjährigen Versammlung haben die Mitglieder von 143.ch – Die Dargebotene Hand Aargau/Solothurn eine neue Präsidentin gewählt. Die Organisation blickte in Anwesenheit mehrerer Grossrätinnen sowie Vertretern der beiden Kantone auf das vergangene Jahr zurück.

Mit grossem Applaus hiessen die Mitglieder von 143.ch die neue Präsiden-tin Denise Widmer willkommen. Sie bringt einen grossen Erfahrungsschatz aus Politik, Führung und Organisation auf operativer und strategischer Ebene mit. Widmer ist ausgebildete Psychologin und Oberstufenpädagogin und leitet aktuell das Kinderheim Chinderhuus Elisabeth in Olten. Widmer löst Daniela Oehrli ab, die zwölf Jahre lang der Organisation vorstand. «Ich bedanke mich von Herzen für die spannenden und lehrreichen Jahre. Es war mir eine Ehre, mit allen Beteiligten 143.ch Aargau/Solothurn zu einer modernen und zeitgemässen Organisation zu entwickeln», verabschiedete sich Oehrli. Sie wünschte den Vorstandskollegen und der neuen Präsidentin viele gute und mutige Entscheide für die Zukunft.
«Gesellschaft in Bewegung»
Die scheidende Präsidentin führte zum letzten Mal durch den Jahresbericht. «In der Politik und bei anderen Organisationen ist momentan vieles mit Unsicherheiten verbunden», sagte Oehrli. Die Gesellschaft sei in Bewegung. Dies spürt auch das Sorgentelefon 143.ch Aargau/Solothurn: Trägerschaften, die in der Vergangenheit ein stabiles finanzielles Fundament bildeten, kündigten Kürzungen an beziehungsweise werden ihre Finanzierung ganz zurückziehen.
Die anhaltend schwierige finanzielle Situation zeigte sich in der präsentierten Jahresrechnung. Der Verlust war dank ausserordentlicher Zuwendungen wie Spenden aus dem Rotarylauf, der Jubiläumsspende der Odd Fellows Aarau und einer Zunahme der Privatspenden zwar bedeutend kleiner als budgetiert. Doch schwindet das Organisationskapital weiter. Der Kanton Aargau wird mit einer stufenweisen Erhöhung seiner Beiträge zum Überleben des Sorgentelefons beitragen. Oehrli zeigte sich dankbar und erleichtert: «Die Dargebotene Hand ist seit 66 Jahren eine wichtige Anlaufstelle für unsere Gesellschaft und aus der psychosozialen Landschaft nicht wegzudenken.»
Dass die Bevölkerung um diesen Anker froh ist, zeigt sich auch in der weiterhin hohen Anzahl Beratungsgespräche. 2025 sind rund 20’000 Gespräche zustande gekommen. Ein Grossteil davon per Telefon, immer mehr auch im Online-Chat. Auffällig ist, dass Suizidalität und weitere besonders schwierige Themen wie beispielsweise Gewalt in Online-Kanälen häufiger thematisiert werden.pd