Das Wirken der SRG für den Sport

Der Panathlon-Club Aargau beschäftigt sich mit Themen rund um den Sport und lässt sich regelmässig informieren. In der Debatte um die SRG-Initiative wollten die Mitglieder wissen, wie der Sport beim nationalen Radio- und Fernsehsender positioniert ist. Reto Gafner, mitunter zuständig für Livesendungen, gab im Golfrestaurant Oberentfelden Auskunft.

Reto Gafner: «Die SRG zeigt den Sport in seiner ganzen Vielfalt». Bild: ZVG
Reto Gafner: «Die SRG zeigt den Sport in seiner ganzen Vielfalt». Bild: ZVG

Schon die Job-Beschreibung von Referent Reto Gafner zeigt, wie vielfältig das Sportgeschehen und auch der breite Anspruch in der Bevölkerung ist. «Leiter Live Formate und Transformation». Er bringt zudem Erfahrung in der Erarbeitung der SRF-Sportstrategie und im Projektmanagement rund um die Grossprojekte von SRF mit.

Zur Einleitung ging Gafner auf die gesetzlichen Vorgaben ein. Der SRG-Auftrag ist in der Bundesverfassung verankert. Sie definiert die Gesetzgebung zu Radio und Fernsehen als Sache des Bundes und gewährt zugleich Unabhängigkeit und Autonomie in der Programmgestaltung. Das publizistische Angebot ist in der vom Bundesrat erlassenen Konzession für die Bereiche Information, Kultur, Bildung, Unterhaltung und Sport dargelegt. Wie Reto Gafner aufzeigte, ist der Auftrag für viele überraschend detailliert. «Daraus ergibt sich, dass die SRG Sport in seiner ganzen Vielfalt zu zeigen hat. Sie ist für alle da, in allen Landesteilen, im Fernsehen, Radio und online». Der Mix von Sportanlässen und -Themen wurde im «Modèle de Classification» geordnet und priorisiert. Daraus ergibt sich das Resultat, dass das Sportangebot der SRG der Vielfalt gerecht wird – vom Premium-Sport bis zu Sportarten, die grundsätzlich weniger im Fokus der Medien stehen. «Mit der Platzierung der Übertragungen im Umfeld von Top-Sportevents profitieren die Randsportarten», zeigte Gafner ein Beispiel der Strategie auf.

Liveübertragungen mithöchsten Einschaltquoten

Die Zahlen zeigen, dass Liveberichterstattungen besonders beliebt sind. Sie führen regelmässig die Liste der TV-Sendungen mit den höchsten Einschaltquoten an. An der UEFA Euro 2024 verfolgten rund 1,7 Millionen Personen das Viertelfinalspiel zwischen Deutschland und der Schweiz auf SRF. «Das entspricht einem Marktanteil von 71,5 Prozent und war Bestwert an der EURO 2024», so Gafner.

Auch die Zahlen im Skisport und bei der Berichterstattung von Olympischen Spielen sind bemerkenswert und sorgen für Reichweiten, die sonst in der Schweiz kaum realisiert werden. «Was natürlich für den Werbemarkt entscheidend ist», fügt Gafner an. Die TV-Berichterstattung sei aufwendig und meist komplex in der Produktion.

Werbung und Sponsoring decken durchschnittlich nur 10 bis 20 Prozent der Vollkosten für Recht, Produktion und Ausstrahlung. Der Sport-Anteil der jährlichen Medienabgabe von 335 Franken pro Jahr beträgt 40 Franken respektive 11 Rappen pro Tag. Zum Vergleich. Um alle Fussballspiele der Super League und der Champions League schauen zu können, zahlt man für das monatlich kündbare Abo bei Schweizer Pay-Anbietern knapp 600 Franken pro Jahr.

Für viele Sportveranstalter ist die SRG ein unverzichtbarer und verlässlicher Partner. Sie begleitet jährlich über 100 Sportevents und Meisterschaften in mehr als 20 verschiedenen Sportarten in der Produktion des weltweiten Bild- und Tonsignals. Auch die emotionalen Bilder von den für die Schweiz so erfolgreichen Olympischen Winterspielen Milano/Cortina belegen deutlich: Die Schweiz ist ein Sportland. Marcel Suter