Dem Suhrental geht das Wasser aus

Der Grundwasserspiegel ist historisch tief. Deshalb gelten im Suhrental neue Sparmassnahmen: Private müssen mit Verboten leben, Unternehmen ihren Wasserverbrauch um zehn Prozent reduzieren. Besonders die Landwirtschaft spürt die Folgen der Trockenheit.

Adrian Huber, Inhaber des Gartencenters Huplant, möchte ein neues Regenwassersammelbecken bauen, um künftig unabhängig zu sein. Bilder: ZVG, Bildmontage: RAN
Adrian Huber, Inhaber des Gartencenters Huplant, möchte ein neues Regenwassersammelbecken bauen, um künftig unabhängig zu sein. Bilder: ZVG, Bildmontage: RAN

Im Suhrental wird Wasser zum knappen Gut. Der Grundwasserverband hat Eskalationsstufe 2 ausgerufen (wir berichteten). Mit grossen Inseraten im «Landanzeiger» haben die Technischen betriebe Oberes Suhrental, aber auch dem Grundwasserverband angehörende Gemeinden mit Inseraten die neusten Bestimmungen bekannt gemacht Seit dem 2. November gelten in mehreren Gemeinden Verbote: In Schöftland darf Trinkwasser etwa nicht mehr zum Rasensprengen, Abspritzen von Vorplätzen oder für Zierbrunnen verwendet werden. Ähnliche Massnahmen gelten in Kölliken, Kirchleerau, Moosleerau, Staffelbach und Reitnau.

Auch Unternehmen müssen ihren Verbrauch um zehn Prozent senken.

Die Landwirtschaft leidet

Besonders hart trifft die Trockenheit Morgenthaler-Gemüse in Hirschthal. Philipp Morgenthaler schätzt den Ernteverlust auf mindestens 50 Prozent. Seine Regenwassertanks mit 500 Kubikmetern Fassungsvermögen reichen bei monatelanger Trockenheit nicht aus.Mehr Regenwasser speichern möchte auch Adrian Huber, Inhaber der Huplant Pflanzenkulturen AG. Er plant ein 3500 Kubikmeter grosses Becken. Damit könnte der Betrieb beinahe unabhängig vom Grundwasser werden. Die nötige Bewilligung für den Bau in der Landwirtschaftszone steht jedoch aus.

Recyclingwasser statt Frischwasser

Andere Unternehmen haben bereits reagiert. Das Kies- und Sandwerk Hubel in Schöftland prüft weitere Sparmöglichkeiten. Die Emil Frey AG in Safenwil betreibt ihre Autowaschanlage bereits mit mehr als 90 Prozent Recyclingwasser und hat weitere Massnahmen zur Verbrauchsreduktion umgesetzt.

Für die Autowäscherei Bürstenstop in Schöftland kommt dagegen bald das Ende. Die auf Frischwasser angewiesene Anlage schliesst am 23. Dezember. Der zunehmende Wassermangel habe die Betreiber in ihrem Entscheid zusätzlich bestärkt. jök/lak/LA