Der FCA lebt: GC wankt, Aarau glaubt an den Aufstieg
Der FC Aarau hat im Barrage-Hinspiel gegen die Grasshoppers eindrucksvoll bewiesen, dass der Traum vom Aufstieg lebt. Beim 0:0 im ausverkauften Brügglifeld war die Mannschaft von Brunello Iacopetta dem Super-League-Klub phasenweise überlegen, erspielte sich zahlreiche Chancen und hielt GC über weite Strecken in Schach. Heute Donnerstag gehts um alles oder nichts.

Es war ein 0:0, das sich für den FC Aarau fast wie ein kleiner Sieg anfühlte. Nicht wegen des Resultats selbst, sondern wegen der Art und Weise, wie sich die Mannschaft im Barrage-Hinspiel gegen die Grasshoppers präsentierte. Mutig, kompakt, zweikampfstark und über lange Strecken spielbestimmend. Das Brügglifeld glaubte spätestens nach dem Schlusspfiff wieder daran, dass der langersehnte Aufstieg in die Super League tatsächlich möglich ist.
Noch vor wenigen Tagen hatte das 2:2 gegen Yverdon tiefe Enttäuschung ausgelöst. Die verpasste Chance auf den Direktaufstieg sass spürbar tief. Doch gegen GC zeigte der FCA eine bemerkenswerte Reaktion. Von Verunsicherung war nichts zu sehen. Im Gegenteil: Aarau trat vom ersten Moment an mit breiter Brust auf und machte deutlich, dass es sich keineswegs als Aussenseiter betrachtet.
GC wirkt verwundbar
Vor rund einem Jahr war die Ausgangslage noch eine andere. Damals zerlegte GC die Aarauer im Barrage-Hinspiel mit 4:0 und liess keinen Zweifel an den Kräfteverhältnissen aufkommen. Dieses Mal war davon nichts zu spüren. Die Grasshoppers wirkten nervös, fehleranfällig und alles andere als souverän. Die Aarauer Fans brachten es nach Spielschluss mit einem einfachen Gesang auf den Punkt: «GC isch nervös.»
Und tatsächlich: Der Super-League-Vertreter strahlte offensiv kaum Gefahr aus. Die Defensive des FCA stand sicher, gewann wichtige Duelle und liess den Zürchern nur wenige Möglichkeiten. GC hatte Mühe, seine Angriffe sauber auszuspielen, während Aarau mit Tempo, Intensität und klaren Ideen immer wieder gefährlich wurde.
Besonders Valon Fazliu zeigte eine Leistung auf Super-League-Niveau. Der Regisseur lenkte das Spiel, brachte Standards gefährlich vors Tor und war überall präsent. Auch Captain Olivier Jäckle überzeugte bei seinem überraschenden Startelfeinsatz mit enormer Präsenz und grossem Kampfgeist.
Die Chancen sind da – jetzt braucht es Tore
Vor allem nach der Pause erhöhte Aarau den Druck deutlich. Innerhalb weniger Minuten kam das Heimteam zu mehreren hochkarätigen Chancen. Fazliu, Serge Müller und Elias Filet scheiterten entweder an GC-Goalie Justin Hammel oder an der fehlenden Präzision. Später vergaben auch Raul Bobadilla und Leon Frokaj aussichtsreiche Möglichkeiten.
Genau dort liegt nun der Schlüssel für das Rückspiel heute Donnerstag im Letzigrund. Der FCA hat bewiesen, dass er mit GC absolut mithalten kann – ja sogar die bessere Mannschaft sein kann. Was fehlt, ist einzig die Belohnung vor dem Tor. Die Chancen sind vorhanden. Die spielerischen Mittel ebenfalls. Nun braucht es die letzte Konsequenz im Abschluss.
Die Ausgangslage bleibt trotz torlosem Hinspiel vielversprechend. Aarau reist nicht als verunsicherter Herausforderer nach Zürich, sondern als Mannschaft, die weiss, dass sie diesen Gegner schlagen kann. GC mag den Heimvorteil haben – der FCA aber hat das Momentum und den Glauben, alles weiterhin in den eigenen Händen zu haben. frh/RAN