Der Publikumsliebling «Solid Spirit» triumphiert

Am Sonntag fand der vierte und letzte Renntag der Saison auf der Pferderennbahn im Aarauer Schachen statt. Das wichtigste Rennen des Tages war der 78. Grosse Preis der Schweiz, den «Solid Spirit» mit Dylan Ubeda im Sattel vor 5350 Zuschauern bei schönstem Spätsommerwetter gewann.

«Solid Spirit» mit Dylan Ubeda im Sattel siegte im Hauptrennen.Bild: zvg
«Solid Spirit» mit Dylan Ubeda im Sattel siegte im Hauptrennen.Bild: zvg

Der Renntag gehörte zunächst ganz dem Nachwuchs: Mit drei Ponyrennen eröffneten die jungen Reiterinnen und Reiter sowie Fahrerinnen und Fahrer den Renntag. Im ersten offiziellen Rennen liess «Fantastic Girl» mit Loris Ferro im Sulky der Konkurrenz keine Chance und siegte überlegen vor «Noble Rush Flevo». Im ersten Flachrennen fiel die Entscheidung deutlich knapper aus: «Gina’s Lion» setzte sich mit Yvonne Donzé im Sattel hauchdünn gegen «Blue Rialata» durch. Das Zielfoto musste den Sieger bestimmen.

Im «18. Herbst Grand Prix Kanton Aargau» ging «Enattof» als fünfmaliger Meister und 56-facher Sieger als grosser Favorit an den Start. Die taktische Meisterleistung von «Forever de Pame» zahlte sich hingegen aus: Aus dem Windschatten heraus zog er auf der Zielgeraden unwiderstehlich davon und feierte einen überlegenen Sieg vor seinem Stallgefährten «Hatlas de Moutiers».

Erstes Jagdrennen: «Rainbow Dance» liess nichts anbrennen

Auch im ersten Jagdrennen gab es ein Wiedersehen mit bekannten Konkurrenten: Bereits vor zwei Wochen waren alle vier Pferde gegeneinander angetreten. Diesmal liess «Rainbow Dance» nichts anbrennen. Früh übernahm er die Führung und kontrollierte das Geschehen bis ins Ziel.

Das dritte Trabrennen hätte spannender kaum sein können. Mit «High Noon» setzte sich der Favorit hauchdünn gegen «Inverno N Caviar» durch. Mehrere Minuten musste das Zielfoto ausgewertet werden, bevor feststand: «High Noon» hatte die Nase tatsächlich vorn und sicherte seinem Stall den zweiten Erfolg des Tages.

Der 78. Grosse Preis der Schweiz, das bedeutendste Hindernisrennen des Landes, versprach Spannung pur. Nach dem Ausfall von «Falko des Flos» war das Rennen völlig offen – und sein Trainer hatte mit dem dreifachen Schachen-Sieger «Solid Spirit» noch ein weiteres heisses Eisen im Feuer. Dylan Ubeda liess zunächst den anderen Reitern den Vortritt und hielt sich taktisch klug stets hinter dem Führenden. Auf der letzten Runde erhöhte er mit «Solid Spirit» das Tempo. Die beiden konnten sich vom Feld lösen. Mit mehreren Längen Vorsprung galoppierten sie einem souveränen Sieg entgegen. Damit feierte «Solid Spirit» bereits seinen vierten Triumph im Schachen.

Auch im zweiten und letzten Flachrennen des Tages gab es einen überlegenen Sieger: «Muelheimer» setzte sich unter Karin Zwahlen bereits eingangs der Zielgeraden mit mehreren Längen von «Skywalk» ab und brachte den Vorsprung sicher ins Ziel.

Sieg im Cross Country wird aberkannt

Wie gewohnt bildete das Cross Country das Sahnehäubchen zum Abschluss des Renntages. Fünf Pferde stellten sich der Herausforderung, vier davon waren bereits vor zwei Wochen an gleicher Stelle an den Start gegangen. Das Cross Country hielt für Pferde und Reiter einige brenzlige Momente bereit. An der Spitze schien derweil alles klar: «On Your Mark» und der französische Topreiter Baptiste Le Clerc mussten nur noch fehlerfrei ins Ziel kommen. Doch genau das sollte ihnen zum Verhängnis werden. In der Schlussphase passierte Le Clerc tatsächlich auf der falschen Seite eine Fahne.

Nach mehreren Minuten Beratung fällte die Rennleitung die folgenschwere Entscheidung: Der scheinbare Sieg wurde aberkannt. Damit wurde «Authentique Cotte» mit Silvan Krüsi zum überraschenden Sieger. Während des Rennens hatte das Duo trotz aller Schwierigkeiten weitergekämpft – und am Ende wurde es dafür belohnt. Silvan Krüsi war bereits geduscht und in frischer Kleidung, als er von seinem Sieg erfuhr.

Schweigeminute der mehr als 5000 Zuschauer zu Beginn

Nach dem ersten Rennen war mit einer Schweigeminute des tragischen Ereignisses vom Sonntag, 31. August, und der verstorbenen Person gedacht worden. In diesem Moment des gemeinsamen Innehaltens wurde deutlich, dass neben dem Sport auch das menschliche Miteinander und der gegenseitige Respekt einen wichtigen Platz auf der Rennbahn haben. Mit 5350 Zuschauerinnen und Zuschauern, die für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgten, sowie einem Umsatz von 80’484 Franken darf der Renntag unter den nicht ganz einfachen Umständen als gelungen bezeichnet werden. Nadine Gut