Deutlich besser als budgetiertund fast eine Punktlandung

Trotz leichtem Minus schliesst die Stadt Aarau ihre Rechnung deutlich besser ab als erwartet. Höhere Steuererträge und ein starkes Finanzergebnis sorgen für Zufriedenheit – doch steigende Kosten bleiben ein Risiko.

Blick über die Stadt Aarau: Die Jahresrechnung 2025 fällt besser aus als erwartet, bleibt aber leicht im Minus.Bild: Gregor Schaad
Blick über die Stadt Aarau: Die Jahresrechnung 2025 fällt besser aus als erwartet, bleibt aber leicht im Minus.Bild: Gregor Schaad

Die Stadt Aarau hat das Rechnungsjahr 2025 mit einem Minus von rund 0,3 Millionen Franken abgeschlossen – und damit wesentlich besser als ursprünglich erwartet. Budgetiert war ein Defizit von 3,3 Millionen Franken. Unter dem Strich resultiert somit ein um rund drei Millionen Franken verbessertes Ergebnis.

Von aussen betrachtet wirkt der Abschluss beinahe ausgeglichen. Tatsächlich zeigt ein Blick in die Details jedoch ein differenzierteres Bild: Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit liegt weiterhin deutlich im Minus. Gleichzeitig sorgte insbesondere das Finanzergebnis – unter anderem mit Erträgen aus dem städtischen Anlagefonds und Dividenden – für den entscheidenden Ausgleich.

Wie Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker gegenüber der «Aargauer Zeitung» ausführt, sei genau diese Kombination zentral: «Es ist ein wichtiger Bestandteil unserer Erfolgsrechnung, zusammen mit den Steuererträgen.» Die breite Abstützung der Einnahmen helfe, Schwankungen besser aufzufangen.

Steuereinnahmen legen zu

Für das positive Ergebnis mitverantwortlich sind auch die erneut gestiegenen Steuereinnahmen. Bei den natürlichen Personen lagen diese um 2,7 Millionen Franken über Budget, bei den juristischen Personen sogar um 2,8 Millionen Franken. Insgesamt belief sich der Fiskalertrag auf über 100 Millionen Franken.

Dass die Einnahmen höher ausfielen als erwartet, überrascht den Stadtpräsidenten nicht. Wie Hilfiker weiter ausführt, hängt dies stark mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen: «Wenn die Konjunktur besser läuft als gedacht, sind die Steuererträge auch besser als budgetiert.» Nach dem Einbruch im Jahr 2023 zeigt die Entwicklung nun wieder klar nach oben.

Hohe Investitionenund steigende Kosten

Gleichzeitig bleibt die Ausgabenseite eine Herausforderung. Besonders in Bereichen, auf die die Stadt nur begrenzt Einfluss hat, steigen die Kosten spürbar. So etwa bei den Pflegekosten, die zunehmend ins Gewicht fallen.

Investiert hat Aarau im vergangenen Jahr ebenfalls kräftig: Insgesamt 25,2 Millionen Franken flossen unter anderem in Schulbauten, das Kulturprojekt KIFF 2.0, den Strassenunterhalt sowie in städtische Liegenschaften. Der Realisierungsgrad der Projekte lag bei hohen 76,9 Prozent.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung mahnt der Stadtpräsident zur Vorsicht. Wie der Stadtpräsident ausführt, dürfe man sich nicht in Sicherheit wiegen: «Bei einem Gesamtumsatz von über 150 Millionen kann man bei minus 300’000 Franken schon fast von einer Punktlandung sprechen.» Gleichzeitig sei klar, dass die Ausgaben zuletzt stärker gewachsen seien als die Einnahmen.

Die Stadt steht zudem vor grossen Investitionen – insbesondere in Schul- und Sportanlagen. Diese könnten künftig auch über Fremdkapital finanziert werden, zumal das Zinsumfeld aktuell günstig ist.

Abhängigkeit vom Finanzergebnis

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt das Finanzergebnis, das stark von der Entwicklung an den Finanzmärkten abhängt. Fällt dieses künftig schwächer aus, könnte sich dies direkt auf die Rechnung auswirken.

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker betont gegenüber der «Aargauer Zeitung», man sei sich dieses Risikos bewusst: «Eine schlechte Konjunkturlage ist unser grösstes Risiko.» Entsprechend will die Stadt bei der Budgetierung vorsichtig bleiben. WIF/AAR/LA