Die Brücke, die noch auf ihren Einsatz wartet

Seit 2022 ist eine ehemalige Suhrebrücke in Uerkheim bereits an ihrem künftigen Standort montiert. Doch obwohl die Konstruktion steht, bleibt sie vorerst ungenutzt: Erst mit dem Bau der Fuss- und Velowege im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts im Uerkental wird die Verbindung tatsächlich in Betrieb genommen.

Die ehemalige Suhrebrücke steht in Uerkheim bereits an ihrem künftigen Standort über der Uerke. Wenn die Fuss- und Velowege im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts realisiert sind, wird sie genutzt werden können.Bild: RAN
Die ehemalige Suhrebrücke steht in Uerkheim bereits an ihrem künftigen Standort über der Uerke. Wenn die Fuss- und Velowege im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts realisiert sind, wird sie genutzt werden können.Bild: RAN

Zwischen Uerkheim und Bottenwil steht eine Brücke, die derzeit noch keine Funktion erfüllt. Die rund 18 Meter lange Stahlkonstruktion wurde 2022 angeliefert und bereits an ihrem künftigen Standort eingebaut. Was noch fehlt, ist der Anschluss: Der Fuss- und Veloweg, der zur Brücke führen soll, wird erst im Zuge der Bauarbeiten des Hochwasserschutzprojekts erstellt. Erst dann kann die Brücke genutzt werden.

Die Brücke diente ursprünglich als Übergang über die Suhre zwischen Moosleerau und Reitnau (Attelwil). Im Sommer 2022 wurde sie im Zuge der Sanierung der Kantonsstrasse K326 zurückgebaut. An ihrer Stelle entstand eine neue Brücke aus Ultrahochleistungs-Faserbeton – ein Pilotprojekt im Schweizer Strassenbau. Für die bestehende Stahlkonstruktion suchte der Kanton Aargau eine Weiterverwendung und fand diese in Uerkheim.

Teil eines grösseren Plans

Die Brücke ist Teil des geplanten Hochwasserschutzprojekts im Uerkental. Dieses umfasst neben einem Rückhaltebecken oberhalb des Dorfes auch zahlreiche bauliche Massnahmen im Siedlungsgebiet. Die Uerke soll an verschiedenen Stellen verbreitert, Ufer angepasst und Engstellen beseitigt werden. Im Zuge dieser Arbeiten werden auch bestehende Brücken überprüft und teilweise ersetzt. Hintergrund sind unter anderem die Erfahrungen aus dem Hochwasser von 2017, bei dem mehrere Bauwerke beschädigt wurden und die Abflusskapazitäten an ihre Grenzen stiessen. Zwar wurden die betroffenen Brücken in den Jahren danach instand gestellt, strukturelle Anpassungen stehen jedoch weiterhin an.

Die Brücke wurde ursprünglich im Jahr 2010 erstellt. Dass sie nun eine neue Bestimmung erhält, gilt als nachhaltige Lösung. Statt die Konstruktion zu verschrotten, wird sie weiterverwendet – was sowohl ökologisch als auch ökonomisch Vorteile bringt. Auch wenn Transport, Koordination und Einbau mit zusätzlichem Aufwand verbunden waren, überwiegt der Nutzen der Wiederverwendung.

Einsatz erst ab 2027 geplant

Das Hochwasserschutzprojekt mit Gesamtkosten von rund 12,2 Millionen Franken wurde im Januar 2026 vom Regierungsrat genehmigt. Aktuell läuft der Landerwerb, gleichzeitig befindet sich das Projekt in der Ausführungsplanung. Anschliessend erfolgt die Submission der Baumeisterarbeiten.

Die baulichen Massnahmen im Dorfgebiet, in deren Rahmen auch die Brücke genutzt werden soll, sind nach heutigem Stand für den Zeitraum von 2027 bis 2029 vorgesehen. RAN