Dieser Zufall bringt sie in den Bauernkalender
Carmen und Julian Barmettler sind Cousine und Cousin. Beide haben sich unabhängig voneinander für den Schweizer Bauernkalender 2027 beworben – und beide wurden ausgewählt. Die 23-Jährige schaffte es sogar auf die Titelseite. Ihre gemeinsame Verbindung führt auf einen Bauernhof in Reitnau.

Mit diesem Zufall hätten Carmen und Julian Barmettler nicht gerechnet: Cousine und Cousin bewarben sich unabhängig voneinander für die Frauen- beziehungsweise Männer-Ausgabe des Schweizer Bauernkalenders 2027. Beide überzeugten beim Casting und sind nun im November des jeweiligen Kalenders zu sehen. Carmen Barmettler ziert zudem die Titelseite.
Die Landwirtschaft begleitet beide seit ihrer Kindheit. Carmen Barmettler wuchs auf einem Hof in Reitnau auf. Heute lebt sie in Birrhard und arbeitet im Marketing, packt bei ihren Eltern aber weiterhin auf dem Hof mit an. Julian Barmettler wuchs auf einem Bauernhof in Frick auf, lebt in Endingen und ist ausgebildeter Landwirt. Heute arbeitet er als Stalleinrichter.
Auch der Reitnauer Hof ist ihm bestens vertraut: Als Kind verbrachte er dort regelmässig Ferien – Carmens Vater ist sein Götti.
«Mist, was habe ich da bloss getan»
Bei beiden ging das Casting überraschend schnell. Carmen Barmettler rechnete deshalb bereits mit einer Absage. Umso grösser war die Freude über die Zusage.
Julian Barmettlers Bewerbung entstand derweil aus einer Laune heraus. Während des Militärdienstes drohte ihm ein Kollege beim Ausgang immer wieder scherzhaft: «Barmettler, ich melde dich für den Bauernkalender an.» Schliesslich füllten sie die Anmeldung tatsächlich aus. Danach vergass der 22-Jährige die Sache – bis die Einladung zum Casting kam. «Mist, was habe ich da bloss getan», habe er sich gedacht.
Erst bei seinem Fotoshooting im Juni erfuhr er zufällig, dass auch seine Cousine ausgewählt worden war. Er habe ihr sofort eine Whatsapp geschrieben.
Plötzlich wuseln sechs Leute um einen herum
Bereut haben beide ihre Teilnahme nicht. Julian Barmettler spricht von einer «coolen Erfahrung» – auch wenn er sich bei der Arbeit inzwischen den einen oder anderen Spruch anhören muss.
Auch Carmen Barmettler hatte Spass am Shooting. Ungewohnt sei vor allem das Styling gewesen: Privat schminke sie sich kaum. «Und auf einmal hat man sechs Leute, die um einen herumwuseln.»
Für sie bietet der Kalender auch die Möglichkeit, die Schweizer Landwirtschaft einem breiteren Publikum näherzubringen. Ihr Cousin sieht es ähnlich: «Man weiss, dass die Menschen darin vom Land kommen und bodenständig sind.»
Dass dies auf die beiden zutrifft, zeigt sich beim Treffen auf dem elterlichen Hof in Reitnau: Für die Fotos posieren sie ganz selbstverständlich im Stall, zwischen den Kühen und auf dem Traktor. Deborah Bläuer/LA