Diskussionen um Surtelbach-Projekt
Die Schöftler Stimmberechtigten haben einen Verpflichtungskredit von 7,54 Millionen Franken für die Revitalisierung des Surtelbachs gutgeheissen. Das Projekt war 2022 an der Urne gescheitert. Trotz kritischer Voten sprach sich die Gemeindeversammlung nun klar dafür aus.

Die Schöftler Gemeindeversammlung fand trotz drohender Gewitter wie geplant unter freiem Himmel im Schlosshof statt. Gemeindeammann Thomas Buchschacher eröffnete den Abend mit den Worten «No risk, no fun». Am Ende konnte der Gemeinderat sämtliche Traktanden erfolgreich durchbringen.
Am meisten zu reden gab die Revitalisierung des Surtelbachs. Das Projekt war 2022 von der Stimmbevölkerung abgelehnt worden, unter anderem weil damals noch nicht alle Einsprachen bereinigt waren. Nach einer Überarbeitung legte der Gemeinderat das Vorhaben nun erneut vor.
Fast fünf Millionen Franken Subventionen
Der Surtelbach wurde ab 1906 auf einer Länge von mehr als 1,6 Kilometern eingedolt. Heute sind viele Leitungen sanierungsbedürftig. Zudem kommt es bei starken Niederschlägen zu Überschwemmungen, während die Wasser- und Stromversorgung im Gebiet Surtal als ungenügend gilt.
Mit der Offenlegung des Bachs sollen gleichzeitig Werkleitungen erneuert werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 7,54 Millionen Franken. Bund und Kanton beteiligen sich mit knapp fünf Millionen Franken, weitere Beiträge leisten die Eigenwerke. Für die Einwohnergemeinde verbleiben Kosten von rund 1,13 Millionen Franken.
Buchschacher betonte, dass bei einer Ablehnung lediglich Unterhaltsarbeiten durchgeführt würden. Grössere Sanierungen müssten später vollständig von Gemeinde und Werken finanziert werden.
Kritische Stimmenund Unterstützung
Ein Anwohner kritisierte das Projekt scharf. Der offene Bach werde künftig nahe an seinem Grundstück verlaufen. «Der Bach kostet ein Vermögen», sagte er und stellte den Nutzen der Bachöffnung infrage. Die hohen Subventionen würden als Druckmittel eingesetzt, um das Projekt durchzubringen.
Demgegenüber schilderte eine betroffene Hausbesitzerin wiederkehrende Probleme mit Wasser im Keller. Sie zeigte sich überzeugt, dass eine frühere Öffnung des Bachs die Situation entschärft hätte.
Weitere Votanten verwiesen auf den Hochwasserschutz, die Verbesserung der Infrastruktur sowie die ökologische Aufwertung. Das Projekt schaffe wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna und stärke die Versorgungssicherheit im Quartier.
Schliesslich genehmigte die Versammlung den Verpflichtungskredit mit grossem Mehr bei 19 Gegenstimmen.
Streit umParkplatz-Ersatzabgabe
Diskutiert wurde auch das neue Reglement über die Ersatzabgabe für Pflichtparkplätze in der Kern- und Zentrumszone. Bauherren können künftig fehlende Parkplätze mit 9000 Franken pro Platz abgelten.
Eine Bürgerin beantragte die Rückweisung, da der Betrag ihrer Ansicht nach zu tief sei und Investoren sich zu günstig «freikaufen» könnten. Der Antrag scheiterte jedoch deutlich. Anschliessend nahm die Versammlung das Reglement mit 89 Ja- gegen 30 Nein-Stimmen an. Laura Koller/LA