Dorfvereine finanziertendie eigene Turnhallenbühne
Nach intensiven Abklärungen hat der Gemeinderat Bottenwil den Turnhallenbühnenfonds aufgelöst. Die verbliebenen rund 2500 Franken fliessen zurück an die Vereine – ganz im Sinne des ursprünglichen Zwecks.

Im Rahmen der jährlichen Bilanzprüfung stiess der Gemeinderat Bottenwil auf eine Besonderheit: Für den seit Jahrzehnten bestehenden Turnhallenbühnenfonds existierte kein formelles Reglement. Dies nahm die Behörde zum Anlass, die Geschichte und Zweckbestimmung des Fonds vertieft zu prüfen.
Ursprung in der Zeit vor dem Turnhallenbau
Wie aus Archivrecherchen und Gesprächen mit ehemaligen Behörden- und Vereinsmitgliedern hervorgeht, reicht der Ursprung des Fonds in die Zeit vor dem Bau der Turnhalle zurück. Damals fanden Vereinsanlässe, Turnaufführungen und Feste im heutigen Gemeindesaal statt – allerdings ohne feste Bühne oder Theatereinrichtung. Um Abhilfe zu schaffen, gründeten die Vereine eine gemeinsame Kasse. Pro Mitglied und Jahr wurden 50 Rappen einbezahlt.
Mit diesen Beiträgen konnten Bühne, Kulissen und weiteres Material angeschafft und unterhalten werden. Als 1964/65 die neue Turnhalle gebaut und eine feste Bühne realisiert wurde, verlor die Kasse ihren ursprünglichen Zweck. In der Folge übernahm die Gemeinde die Verwaltung des Fonds. In den vergangenen Jahrzehnten wurden daraus unter anderem Ersatzanschaffungen wie Festgeschirr oder Festbänke finanziert.
Auflösung und neue Verwendung
Da Einnahmen und Entnahmen zuletzt stark zurückgingen, beschloss der Gemeinderat nach Rücksprache mit der Vereinspräsidentenkonferenz die Auflösung des Fonds. Die verbliebenen rund 2500 Franken kommen nun wieder den Vereinen zugute. Ein Teil wurde in die Infrastruktur des Mehrzweckgebäudes investiert – die Turnhallenküche erhielt einen neuen Gefrierschrank, der allen Vereinen bei Anlässen zur Verfügung steht. Der Restbetrag ging zweckgebunden an die Kasse der Vereinspräsidenten für Empfänge, Apéros und gemeinschaftliche Anlässe.
Mit der Lösung sei ein «idealer Abschluss im Sinne des ursprünglichen Stiftungszwecks» gefunden worden, heisst es in den Gemeindenachrichten. Gleichzeitig würdigt der Gemeinderat die Unterstützung aus der Bevölkerung bei der historischen Aufarbeitung. RAN/GEM