Durch Gewitter, Hitze und Müdigkeit zum starken 7. Rang

50 Stunden, 26 Minuten, 206 Kilometer und unzählige Emotionen: Fabian Hauri und Lukas Morgenthaler meisterten am Eiger Ultra Trail E250 eine der härtesten Herausforderungen des Ausdauersports. Trotz Wetterkapriolen und einer Rennunterbrechung erreichte das Team «Suhrental» als bestklassiertes Schweizer Duo den hervorragenden 7. Schlussrang.

Fabian Hauri (links) und Lukas Morgenthaler überqueren beim Eiger Ultra Trail E250 den Lötschenpass. Das Suhrentaler Duo kämpfte sich trotz Hitze, Gewitter und einer Rennunterbrechung auf den hervorragenden 7. Schlussrang.Bilder: ZVG

Fabian Hauri (links) und Lukas Morgenthaler überqueren beim Eiger Ultra Trail E250 den Lötschenpass. Das Suhrentaler Duo kämpfte sich trotz Hitze, Gewitter und einer Rennunterbrechung auf den hervorragenden 7. Schlussrang.Bilder: ZVG

Von Freunden und Supportteam umrahmt freuen sich Lukas Morgenthaler und Fabian Hauri (vorne rechts) über ihren grandiosen Erfolg im Eiger Ultratrail.

Von Freunden und Supportteam umrahmt freuen sich Lukas Morgenthaler und Fabian Hauri (vorne rechts) über ihren grandiosen Erfolg im Eiger Ultratrail.

Eigentlich hätte der Eiger Ultra Trail über 261 Kilometer und fast 18’000 Höhenmeter geführt. Wegen der schlechten Wetterprognosen musste die Strecke jedoch zweimal angepasst werden. Die Enttäuschung über die verkürzte Distanz wich rasch der Erkenntnis, dass auch die neue Route mit rund 206 Kilometern und über 10’600 Höhenmetern alles abverlangen würde. Die GPS-Uhren zeigten im Ziel sogar 211 Kilometer und rund 11’500 Höhenmeter an.

Der Start erfolgte um drei Uhr morgens in Kandersteg. Das Suhrentaler Duo fand sofort seinen Rhythmus und hielt sich dank einer konstanten Renneinteilung lange in den Top 15. Hitze von über 30 Grad, steile Anstiege und endlose Kilometer verlangten den beiden alles ab. Entscheidend war die perfekte Zusammenarbeit mit dem Supportteam, das an jeder Verpflegungsstation für frische Kleidung, Verpflegung und Material sorgte.

Eine Nacht im«Überlebensmodus»

Zwischen der Riederalp und der Fiescheralp schlug das Wetter um. Starkregen, Gewitter, Kälte und Dunkel-heit machten Tempo zur Nebensache. Plötzlich zählten nur noch Konzentration, sichere Entscheidungen und Teamgeist. Gegen zwei Uhr morgens unterbrach die Rennleitung das Rennen aus Sicherheitsgründen. Gemeinsam mit anderen Teams suchten Hauri und Morgenthaler im Hotel Alpina Schutz. Komplett durchnässt und frierend schliefen sie eine Stunde auf dem Boden – mit Zeitungen als Unterlage.

Nach der Freigabe warteten weitere Strapazen: eisige Temperaturen auf über 2300 Metern, kurz darauf erneut brütende Hitze. Dennoch kämpften sich die beiden zurück, überholten auf dem Weg zum Grimselpass zwei Teams und stiessen bis auf Rang sechs vor. Erst am letzten grossen Anstieg zur Grossen Scheidegg mussten sie einen Konkurrenten ziehen lassen.

Der Lohn fürmonatelange Vorbereitung

Auf den letzten Kilometern nach Grindelwald mobilisierte das Duo die letzten Reserven. Läuferinnen und Läufer anderer Kategorien feuerten sie an, ehe im Ziel Freunde, Familie und Fans mit Fahnen und lautem Applaus warteten. Nach 50 Stunden und 26 Minuten erreichten Fabian Hauri und Lukas Morgenthaler als Siebte das Ziel – und als bestklassiertes Team mit ausschliesslich Schweizer Besetzung.

Für die beiden bleibt weit mehr als ein Spitzenresultat. Es bleiben Erinnerungen an monatelange Vorbereitung, an Gewitter und Sonnenschein, an stille Momente und gemeinsames Lachen. «Grenzen sind nicht da, um sie zu akzeptieren, sondern um sie zu verschieben», lautet ihr Fazit – ein Satz, der das Abenteuer Eiger Ultra Trail treffend zusammenfasst. Alfred Weigel

 

Das Rennen in Zahlen

Offizielle Distanz 205,8 km

Offizielle Höhenmeter 10’645 hm

Garmin-Aufzeichnung 211 km / 11’500 hm

67 gestartete Teams, davon 54 im Ziel

7. Schlussrang, Rennzeit 50:26:30

50 Gels und Riegel zur Verpflegung

20 Liter Flüssigkeitsaufnahme

Nur eine Stunde Schlaf mit einem

einzigem Kleider- und Schuhwechsel