Ein Aarauer schreibt Olympiageschichte

Wenn an den Olympischen Winterspielen 2026 in Milano und Cortina erstmals Athletinnen und Athleten im Ski Mountaineering um Medaillen kämpfen, ist das auch ein besonderer Moment für den Aarauer Thomas Kähr. Als Präsident der International Ski Mountaineering Federation (ISMF) hat er erreicht, dass diese traditionsreiche Bergsportart olympisch wurde.

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Thomas Kähr ebnete als Präsident der International Ski Mountaineering Federation (ISMF) dem Skituren-Rennsport den Weg an die Winterspiele 2026. Bild: ZVG

Thomas Kähr ebnete als Präsident der International Ski Mountaineering Federation (ISMF) dem Skituren-Rennsport den Weg an die Winterspiele 2026. Bild: ZVG

Thomas Kähr war von 2019 bis 2021 Präsident der International Ski Mountaineering Federation (ISMF). In seiner Amtszeit fiel der historische Olympia-Entscheid. Mit Beharrlichkeit, klarer Strategie und viel Herzblut trieb Kähr die Entwicklung des Vielen unbekannten Sports voran, modernisierte Wettkampfformate und positionierte «Skimo» weltweit neu. «Skimo ist der schönste und nachhaltigste Sport der Welt; er vereinigt Naturverbundenheit mit den Tugenden der Bergsteigergemeinschaft», schwärmt Thomas Kähr. «Unseren Sport ins Olympia-Programm zu bringen, war wohl meine schwierigste und längeste ‹Skitour›.» Kähr, der gerne voran geht und neue Wege beschreitet, trat 2021 aus eigenem Entschluss aus dem internationalen Verband zurück. «Dringend notwendige Veränderungen innerhalb der ISMF wurden von gewissen Kreisen ungebührlich blockiert.»

Verwurzelt in Aarau –vernetzt in der Welt

Der 73-jährige Jurist und Fotograf ist selbst leidenschaftlicher Bergsteiger und Skitourengänger. Zudem kennt er den Spitzensport aus Managementsicht, unter anderem als Co-Präsident des HSC Suhr Aarau und in Spitzenfunktionen internationaler Bergsportverbände. Dies machte ihn zu einem glaubwürdigen Botschafter seines Sports – in der Schweiz und weit darüber hinaus.

Ski Mountaineering, oft «Skimo» genannt, ist ein Sport der Ausdauer, Technik, Mut und Leidenschaft. Mit Fellen unter den Skiern geht es steil bergauf, zwischendurch werden die Ski in steilen Couloirs geschultert, bevor eine schnelle und anspruchsvolle Abfahrt ausserhalb von Pisten ins Ziel folgt. Genau diese Mischung überzeugte das Internationale Olympische Komitee. 2026 feiert «Skimo» in Bormio am Stelviopass seine Premiere auf der ganz grossen Bühne.

Medaillenchancenfür die Schweiz

Die Schweiz zählt im «Skimo» zur Weltelite. An den Spielen 2026 stehen ein Sprint für Frauen und Männer (Donnerstag, 19. Februar) sowie eine Mixed-Staffel (Samstag, 21. Februar) auf dem Programm. Mit Weltmeisterin Marianne Fatton (Neuchâtel) und den weiteren Topathleten Caroline Ulrich (Waadt), Arno Lietha (Graubünden) und Jon Kistler (Zürich) darf die Schweiz auf Medaillen hoffen.

Mit der olympischen Premiere erfüllt sich für viele Skibergsteiger ein Traum. Und für Aarau und Suhr ist es ein besonderer Stolz zu wissen: Einer der Architekten dieses Erfolgs lebt mitten unter uns.RAN