Ein neues Generationenprojekt
Zum 60-jährigen Bestehen präsentiert das Suhrental Alterszentrum in Schöftland seine Neubaupläne. Das Preisschild: rund 69 Millionen Franken.

Im Herbst 2023 nahm der Verwaltungsrat die Planungsarbeiten für den Neubau des Suhrental Alterszentrums (STAZ) neu auf, im Dezember 2024 lag die Machbarkeitsstudie für ein Bauprojekt auf dem eigenen Grundstück vor. Denn einst stand die Idee im Raum, auf dem gemeindeeigenen Kiesplatz vor dem STAZ zu bauen, doch die Gemeinde wollte diesen freihalten. «Ab diesem Punkt musste man das Projekt neu denken. Doch jetzt sind wir auf einem unglaublich guten Weg», schaut Jürgen Gaulke, Geschäftsführer des STAZ, zurück.
Im Sommer 2025 lief der Architekturwettbewerb an, 48 Büros bewarben sich um die Teilnahme. Davon wurden zehn Teams ausgewählt, die bis zum Frühling ihre Projekte einreichten. Das Siegerprojekt der Bachelard Wagner Architekten AG aus Basel wurde in einem anonymen Juryverfahren während zweier Tage Klausur ermittelt.
«Tosca und Juliette» ist ein vierstöckiges Gebäude mit Holzfassade, das ungefähr gleich hoch sein wird wie das bisherige. Das Haus ist in Form einer Acht konzipiert und hat zwei Innenhöfe. Der Hauptplatz ist nach Südwesten ausgerichtet, die Anlieferung nach Südosten und ein grosszügiger Park Richtung Nordosten. Angrenzend an diesen ist ein Haus mit Alterswohnungen geplant. Dieses soll zuerst gebaut werden, dann folgt der südliche Teil des Hauptgebäudes hin zum Birkenweg, in einer zweiten Etappe der nördliche Teil des neuen STAZ. Durch diese Etappierung will man ohne Provisorien durch die Bauzeit kommen. Die Bewohnerinnen und Bewohner können so also von ihrem gewohnten Umfeld direkt in den Neubau ziehen.
Wettbewerbssiegerin «Tosca und Juliette» und das zweitplatzierte Projekt «Schmetterling» lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. «Es war ein knapper Entscheid. Am Ende entschied sich die Jury aber einstimmig für ‹Tosca und Juliette›», sagt Gaulke. Details waren dabei ausschlaggebend.
Im Erdgeschoss sind die gemeinsamen und auch öffentlich nutzbaren Bereiche vorgesehen, inklusive Cafeteria, Mehrzweckraum, Coiffeur- und Podologie-Studios. In den Stockwerken darüber kommen die Wohnbereiche zu liegen. Es sind sechs Abteilungen mit insgesamt 120 Betten – alles Einzelzimmer – geplant. Dazu kommen 20 Pflegestudios. Das STAZ kann somit wachsen, aktuell hat die Institution 105 Betten.
Alterszentrum soll Begegnungsort sein
Der Neubau soll nicht nur für die Bewohnenden, sondern auch für die aktuell 160 Mitarbeitenden ein angenehmes Umfeld sein. «Es ist ein geniales Projekt, damit geht auch eine Aufwertung der Arbeitsplätze einher», sagt die Schöftler Gemeinderätin und Verwaltungsratsmitglied Silvana Walther. Der Neubau bringe der Gemeinde einen Mehrwert. «Auch Besucherinnen und Besucher sowie Familien werden mitberücksichtigt. Es ist mehr als ein Alterszentrum, es ist ein Generationenprojekt», so Walther.
Das STAZ will ein Begegnungsort sein. «Das Café und der Mehrzweckraum bieten viele Möglichkeiten, etwa für Vereine oder Veranstaltungen», so Gaulke. Er freut sich besonders, dass zusammen mit dem Neubau auf dem Areal des Alterszentrums auch ein Kinderspielplatz für besuchende Familien gebaut wird.
Der Baubeginn ist aktuell für 2028/2029 vorgesehen. Demnächst soll für die nächsten Schritte eine Baukommission gegründet werden. Das STAZ wird seinen Neubau aus den Betriebsmitteln selbst finanzieren, muss bei den Aktionärsgemeinden also keine Planungs- oder Baukredite beantragen. «Als Planungsgrundlage für die Architekten haben wir die Baukosten auf 69 Millionen Franken geschätzt», so Gaulke. Dieser Betrag werde vermutlich wachsen, aber: «Wir werden im zweistelligen Millionenbereich bleiben.» Laura Koller