Eindrückliche Kunst – zu Ehren der Natur

Gleich dreimal Kunst ist zurzeit im Weberei- und Heimatmuseum Ruedertal in Schmiedrued zu bewundern, eine wahre Explosion der Farben und eine Hommage an die Natur. Zu Gast sind Karin Brugger aus Menziken, Noemi Leuenberger aus Reinach und deren Vater, Jakob Büchli, der Gartenbauer. Musikalische Umrahmung durch Tim Leuenberger.

Ein kreative Kombination (von links): Karin Brugger, Jakob Büchli, Noemi und Tim Leuenberger. Im Hintergrund strahlende Farbenkompositionen von Karin Brugger.Bilder: Frieda Steffen

Ein kreative Kombination (von links): Karin Brugger, Jakob Büchli, Noemi und Tim Leuenberger. Im Hintergrund strahlende Farbenkompositionen von Karin Brugger.Bilder: Frieda Steffen

Markenzeichen von Noemi Leuenberger: Die Gesichter ihrer Protagonistinnen – meistens inmitten eines Blumenfeldes – sind diskret verhüllt.

Markenzeichen von Noemi Leuenberger: Die Gesichter ihrer Protagonistinnen – meistens inmitten eines Blumenfeldes – sind diskret verhüllt.

Die diesjährige Kunstausstellung im Weberei- und Heimatmuseum Ruedertal in Schmiedrued offenbart eine unwahrscheinliche Farbenpracht. Zwei Künstlerinnen und ein Gartenbauer waren hier am Werk und schufen eine harmonische Gemeinschaft von realen Bildern, aus der Natur entsprungen von Noemi Leuenberger und intensive Farbenkompositionen von Karin Brugger. Aufgelockert wird das Ganze durch Blumenkreationen des Gartenbauers Jakob Büchli, dem Vater von Noemi Leuenberger. Anlässlich der Vernissage vom vergangenen Freitagabend trat sogar mit Tim Leuenberger ein Sohn von Noemi in Erscheinung und entpuppte sich als wahres Talent an der Violine.

Karin Brugger

Es ist kein Zufall, dass sie vom Wäbi-Verein zu einer Ausstellung im Museum eingeladen wurde. Sie ist im obersten Teil des Ruedertals aufgewachsen und mit Urs Brugger verheiratet, einem Lehrersohn aus Walde. «Ich arbeite mit Farben, Farben, Farben, sie machen mich glücklich und sind ein idealer Ausgleich zu meinem eher trockenen Bürojob», so Karin Brugger. Sie betitelte deshalb auch ihr kurzes Statement auf dem Ausstellungs-Prospekt mit «Farben, Formen für die Seele». Noemi Leuenberger stellte, nach der Begrüssung durch den Vereinspräsidenten Kuno Matter, Karin und ihr Werk kurz vor. Karin Brugger sei ausserordentlich naturliebend und sprachgewandt, seit 24 Jahren mit Urs Brugger verheiratet, und sie raucht nicht. Während eines Oberstufenlagers habe sie die Freude am Zeichnen und Malen entdeckt. «Die Leuchtkraft und die verschiedenen Techniken und Kombinationen mit Acryl begeisterten mich», so Karin Brugger. Ihre Bilder entstehen im Kopf und entspringen geometrischen, strukturierten Formen, oder sie stellen eine naturalistische Landschaft dar, wie zum Beispiel Abendrotleuchten über einer Stadtsilhouette, oder eine Vollmondlandschaft. Aus verschiedenen Farben entsteht ein Bild mit vielen Schichten, die vom Betrachter selbst interpretiert werden können. «Farben, Formen, Entstehungsprozesse, Abtauchen, Ausgleich sind Ausdruck meiner Seele!»

Noemi Leuenberger

Karin Brugger beleuchtete das Leben von Noemi Leuenberger, die in Bolivien geboren wurde und mit neun Jahren mit ihrer Grossfamilie in die Schweiz kam, wo sie die Schulen besuchte. Sie wählte einen Beruf im Gesundheitswesen und gründete mit Beni eine Familie. Die Freude an der Malerei verbindet die beiden Frauen. Noemi sei neugierig und habe sich die Malerei autodidaktisch beigebracht. Sie habe als Kind schon gerne gemalt. Sie lasse sich von verschiedenen Quellen inspirieren und findet sogar in der Brocki Gegenstände, die sie in ein Kunstwerk verwandelt. Im Erzähltal konnte einmal miterlebt werden, wie ein Bild live entsteht. Sie illustriert auch Kinderbücher. Ihrem Statement ist zu entnehmen, dass sie mit Acrylfarben auf unterschiedlichsten Materialien arbeitet. In ihrem Atelier bietet sie wöchentlich einen Kreativtreff für Kinder an, den sie auf Erwachsene ausweiten möchte. Ohne Skizzenbücher ist sie kaum anzutreffen, stets auf der Suche nach neuen Motiven und Ideen. Hauptthema ist die Flora, und das kommt nicht von ungefähr. Ihr Vater, Jakob Büchli – der Erschaffer des wunderbaren Blumenschmucks im Museum –, hatte ein kleines Gartenbaugeschäft, das heute einer seiner Mitarbeiter weiterführt.Am kommenden Freitag, 18. September, ab 19.30 Uhr ist Noemi Leuenberger wieder im Wäbi-Museum anzutreffen, sie wird dann Porträts malen. Sie hofft auf möglichst viele Besucher, die sie porträtieren kann, denn sie produziert diese im Dreiminutentakt. Die Ausstellung ist danach noch am Samstag und Sonntag, 19./20. September, von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Frieda Steffen