Eine Fahrt kostet die Stadt derzeit 4.30 Franken
Seit Sommer 2024 gehören die schwarzen PubliBike-Velos zum Aarauer Stadtbild. Nun zeigen erstmals detaillierte Zahlen der Stadt, wie stark das Angebot genutzt wird – und was es die öffentliche Hand kostet. Die Bilanz fällt gemischt aus: Die Nutzung steigt zwar kontinuierlich, gleichzeitig wird jede Fahrt aktuell mit mehreren Franken subventioniert.

Seit Juli 2024 läuft in Aarau die Pilotphase des PubliBike-Veloverleihsystems. Das Projekt ist Teil des Programms «MONAMO Aarau», mit dem nachhaltige Mobilitätsformen getestet werden. Geplant ist eine fünfjährige Pilotphase bis Mitte 2029. Danach müsste das Angebot neu ausgeschrieben werden.
Gemäss den Antworten des Stadtrats auf eine Anfrage von SVP-Einwohnerrat Christoph Müller wurden bis zum 22. April 2026 insgesamt 23’329 Fahrten registriert. Genutzt wurde das Angebot von 1750 Personen. Im Durchschnitt ergibt das rund 35 Fahrten pro Tag oder 245 Fahrten pro Woche. In den Sommermonaten seien es teilweise bis zu 100 Fahrten täglich gewesen.
Über 485’000 Franken Kosten bis 2029
Für den Betrieb der neun sogenannten MONAMO-Stationen bezahlt die Stadt jährlich rund 65’700 Franken. Hinzu kommen weitere gut 41’000 Franken für fünf Stationen, welche die Stadt als Arbeitgeberin für ihre Mitarbeitenden finanziert. Insgesamt entstehen der Stadt damit jährliche Kosten von rund 107’000 Franken. Bis Mitte 2026 beteiligt sich der Bund mit 24 Prozent an den anrechenbaren Kosten. Über die gesamte Pilotphase rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von knapp 487’000 Franken.
Die Stadt betont allerdings, dass Aarau im Unterschied zu anderen Veloverleihsystemen auf ein Public-Private-Partnership-Modell setzt. Mehrere Stationen werden von Unternehmen oder Institutionen wie dem Kanton Aargau, der Eniwa oder Wohnbauträgerschaften mitfinanziert.
23’329 Fahrtenseit dem Projektstart
Besonders brisant ist die Frage nach den effektiven Subventionen. Laut Stadtrat belaufen sich die bisherigen städtischen Kosten bis April 2026 auf rund 99’800 Franken. Teilt man diesen Betrag durch die bisher registrierten 23’329 Fahrten, ergibt sich eine durchschnittliche Subvention von rund 4.30 Franken pro Fahrt. Die Stadt relativiert diese Zahl jedoch. Die Nutzung nehme laufend zu, wodurch die durchschnittlichen Kosten pro Fahrt künftig sinken dürften. Tatsächlich lagen die Nutzerzahlen im März und April 2026 über 50 Prozent höher als im jeweiligen Vorjahresmonat.
Ob das Projekt nach 2029 weitergeführt wird, ist offen. Entscheidend seien laut Stadtrat die Nutzung, die finanziellen Auswirkungen und die Resultate der Evaluation. RAN