Elf Gemeinden finden keinen gemeinsamen Weg

Die geplante regionale Jugend- und Familienberatung im Bezirk Kulm kommt nicht zustande. Nach rund zwei Jahren Vorarbeit konnten sich elf Gemeinden nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen. Damit scheitert vorerst ein Präventionsprojekt, das angesichts der hohen Zahl an Kinderschutzfällen Abhilfe schaffen sollte.

Die elf beteiligten Gemeinden haben keine gemeinsame Linie gefunden: Die geplante regionale Jugend- und Familienberatung im Bezirk Kulm wird nicht umgesetzt. Als Gründe nennt das Projektteam unter anderem die angespannte finanzielle Situation einzelner Gemeinden sowie unterschiedliche Vorstellungen über die Organisation des Angebots.

Auslöser für das Projekt war die vergleichsweise hohe Zahl angeordneter Massnahmen im Kinder- und Jugendschutz. 2024 lag die Quote im Bezirk Kulm bei 56,61 Fällen pro 1000 Kinder und Jugendliche – gegenüber 31,97 im kantonalen Durchschnitt.

Die neue Beratungsstelle hätte Kindern, Jugendlichen und Eltern ermöglicht, frühzeitig, freiwillig und vertraulich Hilfe in Anspruch zu nehmen. Damit sollten Probleme möglichst erkannt werden, bevor teurere behördlich angeordnete Massnahmen nötig werden.

Als Vorbild diente unter anderem der Bezirk Laufenburg. Dort sank der Anteil der durch das Familiengericht angeordneten Fälle nach dem Aufbau eines Beratungsangebots deutlich.

Ganz verloren ist die zweijährige Vorarbeit allerdings nicht. Die erarbeiteten fachlichen und organisatorischen Grundlagen sollen für künftige Lösungen im Bezirk Kulm genutzt werden. Zudem wartet die Projektgruppe die definitive Ausgestaltung des geplanten neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes ab. AZ/LA