Folgenschwerer Goalie-Fehler und eine zahnlose Offensive
Obwohl der FC Aarau eine Halbzeit lang in Überzahl agieren kann, verliert er in Yverdon mit 1:2. Die Niederlage ist einerseits das Produkt eines Goaliefehlers und andererseits der ungenügenden Qualität im Mittelfeld.

Eigentlich ist Yverdon für den FC Aarau ein Ort, der mit vielen guten Erinnerungen verbunden wird. Aus den letzten sechs Gastspielen am Neuenburgersee resultierten je drei Siege und Unentschieden. Doch in dieser Spielzeit sind die Vorzeichen andere. Yverdon ist aufgrund der Reife und der Qualität im Kader gegenüber der aktuellen Ausgabe des FC Aarau überlegen.
Bereits in der 3. Minute trifft Robin Golliard mit einem sehenswerten Schlenzer zum 1:0 für Yverdon. Aaraus neuem Torhüter Luka Velickovic kann man keinen Vorwurf machen. «Klar war der Start mit dem frühen Gegentor unglücklich», resümiert FCA-Trainer Iacopetta. «Aber ich habe eine ausgeglichene erste Halbzeit gesehen.» Nun, das ist seine Sicht der Dinge. Spielerisch war der FC Aarau klar unterlegen. Auch, weil nach dem Abgang von Nassim Zoukit ein Mastermind im Mittelfeld fehlt.
Iacopettas Lösung heisst Victor Petit-Viretti. Aber er ist keiner, der dem Spiel der Aarauer taktische Stabilität, schnelles Umschalten oder spielerische Souplesse verleiht. Auch wenn Petit-Viretti mit einem kernigen Distanzschuss das 1:2 erzielt und damit für den ersten Aarauer Torerfolg aus dem Spiel in dieser Saison sorgt.
Alle bisherigen drei Tore waren nach Standards gefallen. Wobei Kastriot Ndau an jedem beteiligt war. In Yverdon hingegen sind die Corner und Freistösse mehrheitlich ungefährlich. Was aber nicht für Ndau gilt, der in der 40. Minute die grösste Aarauer Möglichkeit aus dem Spiel heraus liegen lässt. Weil im Gegenzug Aaraus Torhüter Velickovic ausrutscht, als er weit vor dem Strafraum einen weiten Ball von Fazliu entschärfen will, kann Demhasaj unbedrängt auf 2:0 erhöhen.
Erste Einsätze für Acquah und Beka Beka
Aarau kann danach die gesamte zweite Halbzeit in Überzahl spielen, weil Jean-Kevin Augustin, der beste Mann auf dem Platz, Breel Embolo imitiert und nach einer Schwalbe Gelb-Rot sieht. Als Aarau in der Schlussphase verzweifelt den Ausgleich erzwingen will, erinnert sich der FCA-Trainer an die Wucht des Innenverteidigers David Acquah. Der 25-jährige Ghanaer, letzte Saison noch unbestrittener Stammspieler, wurde bislang nicht eingesetzt, weil er einen Transfer anstrebt. Die Niederlage kann auch der stürmende Verteidiger Acquah nicht abwenden.
Wie Acquah kommt auch der unter der Woche vom belgischen Erstligisten RAAL La Louvière verpflichtete Alexis Beka Beka zu seinem ersten Saisoneinsatz für Aarau. Der 25-jährige französische Mittelfeldspieler, für den Nizza vor vier Jahren 12 Millionen Euro an Lok Moskau überwiesen hatte, wird in der 76. Minute eingewechselt. Und es gelingt dem ehemaligen U23-Nationalspieler in der kurzen Zeit, zwei Akzente zu setzen. Es ist ein Debüt, das Lust auf mehr macht.azr/LA