Fusion von Aarau und Unterentfelden ist gescheitert
Die geplante Fusion von Aarau und Unterentfelden ist gescheitert. Die Stimmberechtigten haben am Sonntag über den Zusammenschluss der beiden Gemeinden entschieden. Für eine Fusion wäre die Zustimmung in beiden Gemeinden notwendig gewesen.

In Unterentfelden legten 883 Stimmberechtigte ein Ja und 902 ein Nein in die Urne. Die Stimmbeteiligung betrug 69,9 % Prozent. Der Nein-Anteil beträgt 50,53%.
Aarau hat hingegen Ja gesagt mit 4177 zu 3757 Stimmen. Das ist ein Ja-Anteil von 52.65 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 56 Prozent.
Damit ist der geplante Zusammenschluss per 1. Januar 2028 vom Tisch. Zuvor hatten die politischen Organe beider Gemeinden dem Fusionsvertrag zugestimmt. Der Aarauer Einwohnerrat hiess die Vorlage mit 38 zu 9 Stimmen gut. Knapper fiel der Entscheid an der Gemeindeversammlung in Unterentfelden aus: Dort wurde die Fusion mit 428 zu 359 Stimmen angenommen.
Mit dem Nein an der Urne bleiben Aarau und Unterentfelden eigenständige Gemeinden.
Aarau hatte per Ende 2025 total 22'903 Einwohnende, Unterentfelden 4510. Die aktuell grösste Gemeinde im Aargau ist Baden mit 24'064 Einwohnenden per Ende 2025.
Nein-Komitee sieht seine Argumente bestätigt
Das Nein-Komitee «Unterentfelden besser-mache» zeigt sich erfreut über das Scheitern der Fusion, wie es in einer Mitteilung vom Sonntagnachmittag schreibt. Das Ergebnis sei für das Komitee ein Zeichen dafür, dass die Argumente gegen einen Zusammenschluss mit Aarau Gehör gefunden hätten. Zugleich dankt es der Bevölkerung für die intensive Auseinandersetzung mit der Vorlage und betont, auch jene zu respektieren, die sich für die Fusion ausgesprochen hatten. Nun sei es an den politischen Verantwortlichen und der Gemeinde, die nächsten Schritte für Unterentfelden zu gestalten.
Angeführt wurde das Komitee von der SVP Unterentfelden. Die Ortspartei hatte sich bereits früh gegen die Fusion positioniert; das Nein-Komitee trat allerdings als überparteilicher Zusammenschluss auf. Entsprechend lassen sich die mehr als 900 Nein-Stimmen nicht einer einzelnen Partei oder deren Umfeld zurechnen.
Vor sechs Jahren sagte Unterentfelden noch Ja
Der Entscheid vom Sonntag markiert einen deutlichen Stimmungswechsel gegenüber 2020. Am 18. Oktober 2020 hatten sich die Unterentfelder Stimmberechtigten mit 55,9 Prozent Ja-Stimmen für die weitere Beteiligung am Fusionsprojekt «Zukunftsraum Aarau» ausgesprochen. Damals stimmten 719 Personen dafür und 568 dagegen. Unterentfelden war damit letztlich die einzige der beteiligten Nachbargemeinden, die sich für einen Zusammenschluss im damaligen Projekt aussprach. Nachdem unter anderem Suhr und Oberentfelden ausgestiegen waren, wurde der «Zukunftsraum Aarau» nicht weiterverfolgt. Sechs Jahre später fand nun auch der konkrete Zusammenschluss von Unterentfelden und Aarau an der Urne keine Mehrheit. RAN