Gemeinderat will vorerst keine neue Fusion anstossen

Nach dem Nein zum Zusammenschluss mit Aarau rückt eine mögliche Fusion von Unterent-felden und Oberentfelden wieder in den Fokus. Der Gemeinderat sieht darin derzeit jedoch keine ausreichenden finanziellen Vorteile. Er will nun abwarten, ob die Initiative «Gemeinsames Entfelden» zustande kommt.

Das Gemeindehaus Unterentfelden im Spiegelbild: Nach dem Nein zur Fusion mit Aarau steht erneut die Frage im Raum, wie die Zukunft der Gemeinde aussehen soll. Der Gemeinderat will eine Fusion mit Oberentfelden vorerst nicht von sich aus prüfen.Bild:
Das Gemeindehaus Unterentfelden im Spiegelbild: Nach dem Nein zur Fusion mit Aarau steht erneut die Frage im Raum, wie die Zukunft der Gemeinde aussehen soll. Der Gemeinderat will eine Fusion mit Oberentfelden vorerst nicht von sich aus prüfen.Bild: RAN

Nach der Ablehnung des Zusammenschlusses mit Aarau werden in Unterentfelden Stimmen lauter, die eine Prüfung einer Fusion mit Oberentfelden verlangen. Auch die Initiative «Gemeinsames Entfelden» nimmt dieses Anliegen auf. Der Gemeinderat nehme diese Forderungen ernst, schreibt er in einer Mitteilung zur weiteren Entwicklung der Gemeinde.

Fusion mit Oberentfelden bereits früher diskutiert

Neu ist die Idee eines gemeinsamen Entfeldens nicht. Bereits im Rahmen der Zukunftskonferenz 2021/2022 sei ein Zusammenschluss mit Oberentfelden zur Sprache gekommen, hält der Gemeinderat fest. Damals habe sich die beteiligte Bevölkerung klar gegen diese Variante ausgesprochen.

Auch der Gemeinderat habe sich im Zuge seiner strategischen Überlegungen vertieft mit einem möglichen Zusammenschluss der beiden Entfelder Gemeinden beschäftigt. Er sei jedoch zum Schluss gekommen, auf eine weitergehende Fusionsprüfung mit Oberentfelden zu verzichten. Die grösseren langfristigen Chancen habe der Gemeinderat damals in einem Zusammenschluss mit Aarau gesehen.

Als Gründe nennt er insbesondere die finanziellen Möglichkeiten, die Finanzierung anstehender Investitionen sowie die Einbindung Unterentfeldens in eine grössere Verwaltung.

Gemeinderat verweist auf finanzielle Lage

Bei einer Fusion mit Oberentfelden erwartet der Gemeinderat dagegen keine ausreichende finanzielle Entlastung für Unterentfelden. Beide Gemeinden weisen 2026 einen Steuerfuss von 113 Prozent auf. Zudem stehe auch Oberentfelden vor erheblichen finanziellen Herausforderungen, schreibt der Gemeinderat. Er verweist dabei auf das Budget 2026 von Oberentfelden. Dieses weist zwar einen Ertragsüberschuss von rund 992’000 Franken aus. Nach Angaben des Unterentfelder Gemeinderats ist dieses Ergebnis jedoch wesentlich auf die Neubewertung von Liegenschaften des Finanzvermögens zurückzuführen. Diese verbessere das Resultat um netto rund 4,29 Millionen Franken.

Ohne diesen Bewertungseffekt würde gemäss der Mitteilung ein Defizit von rund 3,29 Millionen Franken resultieren – und dies trotz knapp 5 Millionen Franken aus dem kantonalen Finanzausgleich. Die Neubewertung bringe keine zusätzlichen Mittel, mit denen laufende Aufgaben oder Investitionen finanziert werden könnten.

Eine vertraglich garantierte Senkung des Steuerfusses, wie sie beim abgelehnten Zusammenschluss mit Aarau vorgesehen war, hält der Gemeinderat bei einer Fusion mit Oberentfelden deshalb für nicht möglich.

Initiative könnte neue Prüfung auslösen

Von sich aus will der Gemeinderat vorerst kein weiteres Fusionsprojekt lancieren. Zunächst soll sich zeigen, ob die Initiative «Gemeinsames Entfelden» eingereicht wird.

Sollte daraus an einer Gemeindeversammlung ein entsprechender Auftrag der Stimmberechtigten entstehen, müsste sich die Gemeinde erneut mit der Prüfung eines Zusammenschlusses mit Oberentfelden befassen.

Bis dahin will der Gemeinderat seinen Fokus auf die gegenwärtigen Aufgaben legen. Im Zentrum stünden insbesondere die finanziellen und personellen Herausforderungen der Gemeinde Unterentfelden. SJO/RAN