Gene analysieren und Goldmedaillen gewinnen
Vom 6. bis 12. April fand an der Universität Bern das Finale der Biologie-Olympiade statt. 23 Jugendliche analysierten menschliche DNA, suchten nach Antioxidantien im Basilikum und sezierten Schweineaugen und Krabben. Die Top 4, die mit Gold ausgezeichnet wurden, bestreiten im Juli die internationale Runde in Litauen – auch ein Schöftler.

Die vier Goldemedaillengewinner Lukas Müller (Gymnasium Liestal), Benjamin Meyer (Alte Kantonsschule Aarau), Alea Ducret (Gymnasium Muttenz) und Arthur Petrov (Realgymnasium Rämibühl) in Zürich haben dieses Jahr allesamt nicht zum ersten Mal an der Biologie-Olympiade teilgenommen. Für Lukas Müller, der schon letztes Jahr Gold gewann, wird es sogar die zweite Teilnahme an der Internationalen Biologie-Olympiade sein. Der erste Schritt zum Finale ist jeweils die erste Runde der Biologie-Olympiade im Herbst. Die meisten Teilnehmenden wurden von ihren Lehrpersonen zur Teilnahme motiviert, weil sie durch gute Leistungen im Fach auffielen. Andere nehmen mit der Klasse teil: «Eines Morgens wurden wir ins kalte Wasser geworfen und es hiess: Wir machen jetzt die erste Runde», erzählt Benjamin Meyer von der Alten Kanti Aarau. Die Schule wurde mehrmals für ihre rege Teilnahme an Wissenschafts-Olympiaden ausgezeichnet.
Genetische Spurensuche
Um das Können der Teilnehmenden zu prüfen, dachten sich die Freiwilligen der Biologie-Olympiade Aufga-ben zu vielseitigen Themen aus, von Pflanzensystematik bis Histologie. Für eine Aufgabe erfanden sie die Geschichte einer Gastwirtin, die eine einflussreiche Familie von sich überzeugen will.
Um das Essen optimal an deren Geschmack anzupassen, will sie wissen, welche Bitterstoffrezeptoren die Familienmitglieder haben. Zu diesem Zweck mussten die Teilnehmenden DNA-Proben analysieren, die allerdings nicht von einer Familie, sondern von den Freiwilligen der Biologie-Olympiade stammten. «Der Twist war, dass sie herausfinden konnten, dass diese Personen genetisch gar nicht verwandt sind», erklärt der Freiwillige Lorenz Widmer.
Alea Ducret, Arthur Petrov und Benjamin Meyer brennen für die Molekularbiologie. Alles mit Genen, Bakterien oder Organoiden (aus Stammzellen gezüchtete Mini-Organe) findet Alea Ducret besonders spannend. Ihr und Arthur Petrov gefiel das Praktikum zu «Protein Engineering» am besten.
«Proteine bestehen aus Aminosäuren und haben eine Funktion, für die sie einen Gegenspieler binden, wie bei einem Puzzle. Man versucht, für das Puzzleteilchen, das man schon hat, den passenden Gegenspieler zu bauen», erklärt Arthur Petrov. Neben der Arbeit im Labor war für ihn auch der freie Tag im Botanischen Garten ein Highlight der Woche. Er freue sich darauf, an der IBO Leute aus aller Welt zu treffen, die sein Interesse an Biologie teilen. pd