Grundstückverkauf rettet das Budget – vorerst
Auf dem Papier fehlen Oberentfelden im Budget 2027 lediglich knapp 100’000 Franken. Doch der Schein trügt: Ein einmaliger Buchgewinn aus einem Grundstückverkauf beschert der Gemeinde rund eine Million Franken. Ohne diesen Effekt läge das Minus bei rund 1,1 Millionen Franken. Immerhin: Der Steuerfuss soll bei 113 Prozent bleiben.

Das Budget 2027 der Gemeinde Oberentfelden schliesst bei einem unveränderten Steuerfuss von 113 Prozent mit einem Minus von 99’399 Franken. Dass das Ergebnis beinahe ausgeglichen ist, hat allerdings einen besonderen Grund: Die Gemeinde profitiert von einem einmaligen Buchgewinn von rund einer Million Franken. Er stammt aus dem Verkauf der gemeindeeigenen Parzelle Nr. 644 für 1,4 Millionen Franken, dem die Gemeindeversammlung im November 2025 zugestimmt hatte. Ohne diesen Buchgewinn würde für 2027 ein Defizit von rund 1,1 Millionen Franken resultieren.
Knapp 11 Millionen für gebundene Ausgaben
Der betriebliche Aufwand beträgt rund 37,5 Millionen Franken. Einen erheblichen Teil davon kann die Gemeinde kaum beeinflussen: Für Lehrerbesoldungsanteile, Sonderschulung und Heimaufenthalte, Berufsschulgelder, Verlustscheine aus unbezahlten Krankenkassenprämien sowie die Pflegefinanzierung sind zusammen knapp 11 Millionen Franken budgetiert.
Der finanzielle Spielraum bleibt damit eng. Die Gemeinde will mit Sparmassnahmen und höheren Erträgen aus ihren Liegenschaften Gegensteuer geben. Eine Steuererhöhung ist für 2027 nicht vorgesehen.
Knapp 5 Millionen Franken fliessen aus dem kantonalen Finanzausgleich nach Oberentfelden – rund 17’000 Franken weniger als im Vorjahr.
Gleichzeitig bleiben die Schulden ein gewichtiger Faktor: Für die Berechnung der Zinskosten geht die Gemeinde von langfristigen Schulden von insgesamt 55,5 Millionen Franken aus. Positiv entwickelt sich dagegen das gemeindeeigene Elektrizitätswerk. Für Netzbetrieb und Stromhandel wird mit einem Ertragsüberschuss von zusammen mehr als 1,94 Millionen Franken gerechnet.
Knapp 9 Millionen Franken werden investiert
2027 wollen die Einwohnergemeinde und die Eigenwirtschaftsbetriebe zusammen knapp 9 Millionen Franken investieren. Auf die Einwohnergemeinde entfallen davon rund 3,8 Millionen. Rund 2 Millionen Franken sind für Verwaltungsliegenschaften vorgesehen, weitere 1,7 Millionen für Gemeindestrassen und die Nutzungsplanung.
Die Eigenwirtschaftsbetriebe planen Investitionen von 5,19 Millionen Franken. Aus eigener Kraft kann die Gemeinde ihre Investitionen allerdings nicht vollständig finanzieren: Bei einer Selbstfinanzierung von rund 2,35 Millionen Franken bleibt ein Finanzierungsfehlbetrag von rund 1,45 Millionen Franken. FSO/RAN