Jahrhundertbuche wird gefällt
Der Kampf um die markante Rotbuche in Kölliken ist endgültig verloren. Nachdem die Besitzerin auch vor Bundesgericht unterlegen war, hoffte sie zuletzt auf einen Schutz durch die Gemeinde. Doch der Gemeinderat lehnte dies ab. Nun soll der alte Baum am 26. November gefällt werden.

Für Birgit Schwager ist es das Ende eines jahrelangen Kampfes. «Mein Herz blutet», sagt die Köllikerin. Sie habe bis zuletzt gehofft, dass sich doch noch eine Möglichkeit finde, die alte Rotbuche auf ihrem Grundstück zu erhalten.
Der Nachbarschaftsstreit um den Baum beschäftigte mehrere Gerichtsinstanzen. Schwager weist darauf hin, dass ihre Nachbarin zunächst vor dem Friedensrichter und anschliessend vor dem Bezirksgericht Zofingen mit ihrem Begehren nicht durchgedrungen sei. Erst das Aargauer Obergericht ordnete die Fällung an. Das Bundesgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde später ab.
Alter der Buche blieb entscheidender Streitpunkt
Im Zentrum stand insbesondere die Frage, wie alt die Buche tatsächlich ist. Entscheidend war, ob nachgewiesen werden konnte, dass sie bereits vor 1912 gepflanzt worden war. Während das Bezirksgericht die Beweislast laut Schwager noch bei der Nachbarin gesehen habe, sei diese vom Obergericht anders beurteilt worden. Für Schwager kam dies überraschend. Hätte sie gewusst, dass sie einen entsprechenden Altersnachweis erbringen müsse, hätte sie nach eigenen Angaben frühzeitig ein Baumgutachten erstellen lassen.
Eine Gartenbaufirma hatte das Alter mithilfe eines Online-Tools auf 130 bis 150 Jahre geschätzt. Schwager verweist zudem auf die sogenannte Mitchell-Formel, nach der der Baum über 100 Jahre alt sei. Vor Bundesgericht genügten die vorgelegten Belege jedoch nicht.
Schwager betont, dass die Buche weder die Sicht versperre noch störenden Schatten auf das Nachbargrundstück werfe. Laub und Buchennüsse seien regelmässig entfernt worden. Bereits 2024 habe die Familie zudem eine gesunde serbische Fichte gefällt, um im Nachbarschaftsstreit entgegenzukommen.
Nach dem Bundesgerichtsurteil setzte Schwager ihre letzte Hoffnung auf die Gemeinde. Doch auch dieser Weg führte nicht zum Ziel: Der Kölliker Gemeinderat entschied vergangene Woche gegen einen Schutz der Rotbuche.Damit steht der Fällung nichts mehr im Weg. Am 26. November soll der Baum verschwinden. Für Schwager geht damit weit mehr verloren als eine alte Buche. Sie sieht in ihr ein Stück Geschichte und einen Lebensraum für zahlreiche Tiere. Unter anderem seien Igel, Vögel und ein Eichhörnchen rund um den Baum heimisch. RAN