Jetzt zittert FCA-Trainer Brunello Iacopetta um seinen Job

Auch nach der Heimniederlage gegen Etoile Carouge (1:2) verweist der Trainer auf den personellen Umbruch. Ist der Klub in die gleiche Falle getappt wie 2019 und 2022?

Das Verhältnis zwischen FCA-Sportchef Elsad Zverotic (vorne) und Trainer Brunello Iacopetta gilt als abgekühlt.Bild: Sarah Rölli
Das Verhältnis zwischen FCA-Sportchef Elsad Zverotic (vorne) und Trainer Brunello Iacopetta gilt als abgekühlt.Bild: Sarah Rölli

24. Juli 2026: Vor drei Monaten startet der FC Aarau in die neue Saison. Auswärts gegen Etoile Carouge. Und geht sang-, klang- und chancenlos mit 0:3 unter. Drei Monate später steigt im Brügglifeld die Revanche. Nach dominantem Beginn und der frühen Führung nach zwei Minuten durch Henri Koide lässt der FC Aarau ab der 20. Minute nach. Die Leistung nach dem Seitenwechsel mit zwei Gegentoren verdient nur eine Bezeichnung: sackschwach! Das 1:2 ist die dritte Liga-Pleite in Folge. Die letzten beiden Gegner: erst Tabellenschlusslicht Nyon, dann der Vorletzte Carouge.

Zwischen den beiden Spielen gegen Carouge sind drei Monate vergangen. Der FC Aarau absolvierte neun Ligaspiele, zwei im Cup und mehrere Testkicks. Dazu erhielt der Trainerstab dank der dreiwöchigen Länderspielpause so etwas wie eine zweite Saisonvorbereitung, um Automatismen einzuüben und Neuzugänge fitzubekommen. Doch nach dem Schlusspfiff am Samstagabend gegen Carouge, insbesondere nach dieser unterirdischen zweiten Halbzeit, lautet das Fazit: Eine spürbare Verbesserung hat in den drei vergangenen Monaten seit dem 1. Spieltag nicht stattgefunden.

Das Kader gleicht einem Flickwerk. Von den 15 Neuzugängen hat keiner (!) eine tragende Rolle. Der Trainer macht nach dem erneuten Tiefschlag gegen Carouge einen genervten Eindruck. Und versucht, die Gemütslage mit den bekannten Floskeln zu überspielen. Heisst: Iacopetta verweist weiterhin auf den personellen Umbruch in der Sommerpause. Obwohl die Saison bereits drei Monate und elf Spiele alt ist.

«Wir müssen das genau analysieren. Taktisch und mental sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen. Jetzt gilt es hart zu arbeiten», antwortet Iacopetta auf die Frage, wie er sich den eklatanten Leistungsunterschied zwischen dem Weiterkommen im Cup gegen den FCZ und der Pleite eine Woche später gegen Carouge erklärt. Der Trainer macht zunehmend einen hilf- und ratlosen Eindruck.

Der Trend zeigt nach unten. Und das mitten in den aktuell laufenden Verhandlungen über eine allfällige Vertragsverlängerung. Eine solche ist aktuell nicht zu erwarten – weil sich das Verhältnis zwischen Zverotic und Iacopetta seit dem Verpassen des Aufstiegs abgekühlt hat. Der Sportchef ist der Überzeugung, das von ihm zusammengestellte Kader sei gut genug, um erneut um den Aufstieg mitzuspielen. Der Trainer indes klagt seit Beginn der Saisonvorbereitung über fehlendes oder verletztes Spielermaterial. Die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen.

Ist der FC Aarau wieder in die Falle getappt?

Dabei ist eigentlich nur logisch, was seit dem Scheitern in der Barrage gegen GC beim FC Aarau passiert. Die besten Spieler haben den Klub verlassen. Und dass sich der Trainer zunehmend in Ausreden verrennt und die Wirkung auf sein Team verliert, dürfte die FCA-Chefs auch nicht überraschen.

Schon 2019 bei Patrick Rahmen und 2022 bei Stephan Keller war es so. Sie verpassten wie Iacopetta auf den letzten Zentimetern der Saison den sichergeglaubten Aufstieg auf blamable Weise – trotzdem hielt die Klubführung an ihnen fest. Rahmen und Keller aber wurden die bösen Geister nicht mehr los und mussten wegen Misserfolg dann doch gehen. Zwei Trainer, zwei Mal der gleiche Fehler.

Ist der FC Aarau nun schon wieder in die Trainerfalle getappt? Denn es zeichnet sich ab, was erwartet werden musste: Auch Iacopetta wird den Mief des Scheiterns nicht mehr los. Ob er seinen Ende Saison auslaufenden Vertrag erfüllen darf, wird sich wohl in den nächsten Wochen entscheiden. Wenn nicht schon in den nächsten Tagen. wen/la