Junge Entfelder wollen Fusion der beiden Dörfer prüfen
Ende Monat entscheidet Unterentfelden über die Fusion mit Aarau. Kurz vor der Abstimmung formiert sich Widerstand: Ein neues Komitee sammelt Unterschriften für eine engere Zusammenarbeit oder eine Fusion von Ober- und Unterentfelden.

Ende Monat entscheidet Unterentfelden, ob die Gemeinde ab 2028 mit Aarau fusionieren soll. Nun bringt ein neues Komitee eine Alternative ins Spiel. Das «Initiativkomitee für ein gemeinsames Entfelden» sammelt in Ober- und Unterentfelden Unterschriften, schreibt die «Aargauer Zeitung». Ziel ist, dass die beiden Gemeinden Verhandlungen über eine vertiefte Zusammenarbeit oder eine Fusion aufnehmen.
Mit dabei sind Florence Schärz (29) aus Oberentfelden und Pascal Aeschlimann (24) aus Unterentfelden. Beide betonen, als Privatpersonen und ohne Partei oder Verein im Rücken zu handeln.
«Für viele gibt es nur ein Entfelden»
Die Idee entstand bei Gesprächen am «Äntefescht». Dort sei deutlich geworden, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner die enge Verbindung der beiden Gemeinden nicht aufgeben möchten.
«Ober- und Unterentfelden sind schon lange zusammengewachsen», sagt Aeschlimann. Tatsächlich arbeiten die Gemeinden und ihre Bevölkerung bereits in zahlreichen Bereichen zusammen – etwa bei der Feuerwehr, in Vereinen oder regionalen Organisationen.
Besonders für die jüngere Generation spiele die Gemeindegrenze kaum eine Rolle. «Für viele junge Menschen gibt es bereits heute nur ein Entfelden», sagt Schärz.
Das Komitee sammelt bewusst auf beiden Seiten der Gemeindegrenze Unterschriften. Damit will es auch zeigen, dass in Oberentfelden durchaus Interesse an einer gemeinsamen Zukunft besteht. Eine vertiefte Zusammenarbeit könnte nach Ansicht der Initianten zudem finanzielle und organisatorische Vorteile bringen. Denkbar wäre beispielsweise eine gemeinsame Verwaltung. Dass ein vereinigtes Entfelden beim Steuerfuss mit Aarau mithalten könnte, erwarten sie hingegen nicht.
Unterstützung erhalte das Anliegen von verschiedenen Generationen, schreibt die «Aargauer Zeitung». Die Initianten sehen darin ein Zeichen dafür, dass die Idee eines gemeinsamen Entfeldens nicht nur bei jüngeren Einwohnerinnen und Einwohnern Anklang findet.
«Zwei Dörfer, eine Gemeinschaft»
Die Initianten verweisen auch auf die lange gemeinsame Geschichte. Bereits vor Jahrhunderten bestanden enge Beziehungen zwischen Ober- und Unterentfelden. Die Tausendjahrfeier der beiden Gemeinden im Jahr 1965 stand sogar unter dem Motto «Zwei Dörfer, eine Gemeinschaft».
Für das Komitee steht deshalb bei der Abstimmung mehr auf dem Spiel als die Frage nach einer Fusion mit Aarau. «Ein Ja zu Aarau ist ein definitives Nein zu Entfelden», sagt Aeschlimann.
Dass ihr Vorstoss sehr spät kommt, wissen die Initianten. Entscheidet sich Unterentfelden für Aarau, wollen sie das Resultat akzeptieren. «Dann können wir immerhin sagen, dass wir es versucht haben», sagt Schärz. WIF/LA