Kleines Dorf, grosse Entscheide
Kilian Meier-Voser ist neuer Gemeindeammann von Wiliberg. Der 50-Jährige übernimmt das Amt in einer Phase, in der zentrale Zukunftsfragen anstehen – von der Eigenständigkeit bis zum Windpark. Entscheiden will er nicht im Alleingang, sondern im Dialog mit der Bevölkerung.

Acht Jahre lang führte Patric Jakob die Geschicke der kleinsten Aargauer Gemeinde, insgesamt 17 Jahre wirkte er im Gemeinderat mit. Seit Januar steht mit Kilian Meier-Voser ein neuer Ammann an der Spitze.
Vieles ist für ihn nicht neu: Bereits seit 15 Monaten gehört er dem Gemeinderat an. «Ich spüre grosses Vertrauen und Unterstützung aus der Bevölkerung», sagt er rückblickend auf seinen ersten offiziellen Einsatz am Neujahrsapéro. Wichtig sei ihm, dass der Gemeinderat als Team auftrete. «Ich will nicht alleine agieren.»
Mehr Verantwortung,mehr Vernetzung
Mit dem neuen Amt übernimmt Meier-Voser die Gesamtverantwortung. Er erhält Einblick in sämtliche Dossiers und vertritt Wiliberg verstärkt nach aussen – in Verbänden, Behörden und in der regionalen Zusammenarbeit. Gerade diese sei für Wiliberg zentral.
«Als kleinste Gemeinde des Bezirks, ja des Kantons, sind wir besonders gefordert», sagt er. Viele Aufgaben liessen sich nur gemeinsam mit Nachbargemeinden sinnvoll lösen.
Wie bleibt Wiliberghandlungsfähig?
Im Zentrum der kommenden Legislatur steht die Frage, wie Wiliberg langfristig eigenständig und handlungsfähig bleiben kann. Eine Bevölkerungsumfrage im Sommer zeigte, dass sich viele Einwohner eine vertiefte Prüfung wünschen. «Wo steht Wiliberg in vier Jahren? Haben wir genügend Freiwillige für Ämter und Kommissionen?» Zwar seien derzeit alle Sitze besetzt, doch das sei nicht immer selbstverständlich gewesen.
Hinzu kommt die beschränkte Entwicklungsmöglichkeit: Freie Bauparzellen sind kaum noch vorhanden, Wachstum ist praktisch ausgeschlossen. Die interkommunale Zusammenarbeit gewinnt damit weiter an Bedeutung.
Emotionale Dossiersstehen an
Neben strukturellen Fragen beschäftigen auch emotionale Themen das Dorf: der geplante Bürgerwindpark im benachbarten Wikon sowie der Zusammenschluss der Abwasserverbände. Hier will Meier-Voser zuhören und Prioritäten setzen. «Die Gemeinschaft im Dorf ist mir wichtig», sagt er. In einer Klausur will der Gemeinderat demnächst die wichtigsten Themen definieren und Strategien festlegen.
Beruflich ist Meier-Voser in der Vertriebsleitung eines Maschinenbauunternehmens tätig. Um das Amt ausüben zu können, hat er seine Position angepasst und ist aus der Feuerwehr zurückgetreten. Rückhalt erhält er von seiner Frau. «Zeitlich ist die Aufgabe nicht zu unterschätzen. Aber wenn man etwas gerne macht, nimmt man das in Kauf.»LBR/RAN