Kreisschule ist Geschichte – Schulverband folgt 2027

Seit dem 1. August führen Aarau und Buchs ihre Schulen wieder eigenständig. Nun hat der Buchser Einwohnerrat auch das formelle Ende des Gemeindeverbands besiegelt: Einstimmig beschloss er dessen Auflösung per 31. Juli 2027. Dafür war eigens eine ausserordentliche Sitzung einberufen worden.

Buchs machte kurzen Prozess: Mit 38 Ja- zu 0 Nein-Stimmen beschloss der Einwohnerrat am Montagabend die Auflösung des Gemeindeverbands Kreisschule Aarau-Buchs per 31. Juli 2027. Die ausserordentliche Sitzung war nötig geworden, weil der Entscheid noch vor der Beratung des Budgets 2027 gefällt werden musste. Dieses kommt an der nächsten ordentlichen Einwohnerratssitzung vom 20. Oktober ins Parlament.

Der gemeinsame Schulbetrieb ist bereits Geschichte. Auf Anordnung des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) wurde die Kreisschule per 31. Juli 2026 aufgelöst. Seit dem 1. August führen Aarau und Buchs ihre Schulen wieder eigenständig. Der Gemeindeverband bleibt einzig für die Abwicklung noch ein Jahr bestehen.

«Es war immer stürmisch»

Samuel Hasler (SVP) zeichnete für die FGPK die Entwicklung der gemeinsamen Schule nach. Die Kreisschule Aarau-Buchs hatte 2018 ihren Betrieb aufgenommen. Zwei unterschiedliche Schulorganisationen und -kulturen mussten zusammengeführt werden. Lehrplan 21, Corona-Pandemie und weitere Herausforderungen kamen hinzu. «Es war immer stürmisch», fasste Hasler die acht Jahre zusammen. Zum Wendepunkt wurde das Jahr 2025. In Buchs scheiterte zunächst das Budget der Kreisschule. Gleichzeitig verlangte eine Motion im Aarauer Einwohnerrat die Prüfung verschiedener Zukunftsszenarien – von einer Weiterentwicklung bis zur Auflösung der Kreisschule.

Führungskrise beschleunigte das Ende

2026 spitzte sich die Situation zu. Nach Wechseln in der Geschäfts- und Schulleitung sowie Rückzügen von Kandidierenden für den Schulvorstand drohte der Kreisschule die Führungslosigkeit. Das BKS griff ein und setzte unter anderem eine Taskforce ein. Schliesslich ordnete der Kanton die Trennung der Schulen per Ende Juli an.Bis der Gemeindeverband am 31. Juli 2027 ebenfalls aufgelöst wird, müssen nun unter anderem Verträge, Personalfragen, Finanzen und gemeinsame Angebote bereinigt werden. Eine vom Kanton eingesetzte Kommission begleitet die Entflechtung.

Gelungener Neustart

Im Schulalltag ist die Trennung bereits vollzogen. Trotz des grossen Zeitdrucks sei der Start der eigenständigen Buchser Schule gelungen, sagte Einwohnerratspräsident Reto Bianchi. Er, Samuel Hasler im Namen der FGPK und weitere Votanten dankten den neuen Schulleitungen, den Lehrpersonen, der Verwaltung und dem Gemeinderat für den grossen Einsatz während der Sommerferien.

Besonderer Dank galt Gemeinderat Toni Kleiber (FDP), der die Neuorganisation auf Buchser Seite eng begleitet hatte. «Wir stehen zu dieser neuen Schule», hielt Bernhard von der Crone (SP) abschliessend fest.

Damit ist die Kreisschule Aarau-Buchs nach acht Jahren Vergangenheit. Mit dem einstimmigen Entscheid des Einwohnerrats ist nun auch das Ende des Gemeindeverbands besiegelt – dieses folgt per 31. Juli 2027. RAN

Oberstufenschüler können am Schulort bleiben

Für die Oberstufenschüler aus Aarau und Buchs gilt eine Übergangslösung: Wer diesen Sommer die erste Oberstufe begonnen hat, soll diese am jetzigen Schulort abschliessen können, erklärte der Buchser Gemeinderat Toni Kleiber. Ein späterer Wechsel mache wenig Sinn, da sich die Jugendlichen bereits in ihren Klassen eingelebt und soziale Kontakte aufgebaut hätten.

Ab dem nächsten Schuljahr soll die Trennung hingegen konsequent umgesetzt werden: Neu eintretende Buchser Jugendliche sollen in Buchs, Aarauer Jugendliche in Aarau zur Oberstufe gehen. Details seien noch zu klären. RAN