Kritik vor allem am neuen Standort
Die Kölliker Poststelle beim Bahnhof schliesst am 14. September und wird durch eine Partnerfiliale im Landi TopShop im Hardfeld ersetzt. In einer Umfrage des «Landanzeigers» äussern Bäretatze – die Grünen, EVP, SP und SVP vor allem Bedenken wegen der Erreichbarkeit. Die FDP und die Parteilosen beteiligten sich nicht an der Umfrage.

Dass die Poststelle beim Bahnhof verschwindet, bedauern alle vier Parteien, die an der Umfrage teilgenommen haben. Unterschiedlich beurteilen sie hingegen die Ersatzlösung mit Partnerfiliale und Hausservice.
Bäretatze fordert Fuss- und Radweg
Bäretatze – die Grünen sehen durchaus Vorteile: Sie begrüssen die längeren Öffnungszeiten am neuen Standort sowie den Hausservice. Problematisch sei hingegen die Lage der Landi ausserhalb des Dorfes. Diese sei für Menschen ohne Auto schlecht erreichbar. Die Partei erneuert deshalb ihre Forderung nach einem Fuss- und Radweg ins Hardfeld. Längerfristig sei auch eine Busverbindung anzustreben.
Die EVP Kölliken-Safenwil beurteilt die Lösung positiver. Der Gemeinderat habe in den Verhandlungen mit der Post einiges erreicht und die Schliessung mehrere Jahre hinauszögern können. Die Kombination aus Partnerfiliale und Hausservice sowie die längeren Öffnungszeiten würden den Nachteil des Standorts teilweise ausgleichen. Die EVP empfiehlt der Bevölkerung, die Schulungsangebote der Post zu nutzen und sich frühzeitig über die neuen Dienstleistungen zu informieren.
SP und SVP üben deutliche Kritik
Für die SP ist die Partnerfiliale dagegen kein gleichwertiger Ersatz. Gerade ältere Menschen, Jugendliche und Personen ohne Auto hätten künftig einen erschwerten Zugang zu den Postdienstleistungen. Die Partei erinnert zudem an ihre Petition für den Erhalt der Poststelle, die 2018 mit 844 Unterschriften eingereicht wurde. Dem Gemeinderat macht die SP keinen Vorwurf: Dieser habe sich für den Erhalt der Filiale eingesetzt. Die Verantwortung für den Abbau liege bei der Post.
Noch grundsätzlicher kritisiert die SVP die Entwicklung. Sie verbindet die Filialschliessung mit den angekündigten höheren Briefpreisen und spricht von einem «doppelten Schlag» für die Bevölkerung. Längere Öffnungszeiten könnten die schlechtere Erreichbarkeit und den zusätzlichen Verkehr nicht aufwiegen. Die SVP fordert deshalb die nationale Politik auf, die Anforderungen an den Service Public der Post neu zu definieren.
Bäretatze – die Grünen weisen schliesslich darauf hin, dass das zentral gelegene bisherige Postgebäude bereits der Gemeinde gehört. Für dessen künftige Nutzung gebe es Ideen, etwa für kulturelle Zwecke oder für handwerkliche und künstlerische Ateliers. RAN