Kunstturner Noe Seifert istAargauer Sportler des Jahres 2025

Mit seiner historischen Bronze-Medaille im Mehrkampf an der Kunstturn-WM 2025 schrieb Noe Seifert Schweizer Sportgeschichte. Nun wurde der 27-Jährige an der Aargauer Sport-Gala in Brugg-Windisch zum Sportler des Jahres gewählt – vor Karateka Elena Quirici und Ultra-Cyclist Robin Gemperle.

Noe Seifert ist Aargauer Sportler des Jahres 2025. Bild: Severin Bigler
Noe Seifert ist Aargauer Sportler des Jahres 2025. Bild: Severin Bigler

Ganz neu ist die Aufmerksamkeit für Noe Seifert nicht mehr. Seit seinem sensationellen WM-Bronzegewinn im vergangenen Oktober steht der Aargauer im Fokus der Öffentlichkeit. An der Gala durfte er nun die nächste Auszeichnung entgegennehmen: Regierungsrätin Martina Bircher überreichte ihm den Preis als Aargauer Sportler des Jahres 2025. Seifert setzte sich bei der Publikumswahl mit 36,7 Prozent der Stimmen klar durch.

Historischer Triumph als Krönung

Der Titel sei der «perfekte Abschluss» eines grossartigen Jahres, sagte Seifert. Neben der WM-Medaille überzeugte er auch mit dem Team an der EM, wo die Schweizer Männer Silber gewannen. Für den Titel Aargauer Sportler des Jahres erhielt er zudem 10′000 Franken Preisgeld.

Seiferts Erfolg hat historische Dimensionen: Als erster Schweizer seit 75 Jahren gewann er im Mehrkampf an einer WM eine Medaille – in der prestigeträchtigen Königsdisziplin des Kunstturnens. Angesichts der weltweit enormen Konkurrenz erhält diese Leistung besonderes Gewicht.

Ein Produkt jahrelanger Aufbauarbeit

Seiferts Weg begann früh. Mit sechs Jahren trat er dem Satus ORO Rothrist bei, nachdem er im Fernsehen olympisches Turnen gesehen hatte. Frühförderer Charly Zimmerli und später Trainer Nikolay Maslennikov im Aargauer Turnzentrum prägten seine Entwicklung entscheidend. Mit 14 wechselte er ins nationale Leistungszentrum nach Magglingen.

Seine Erfolge stehen sinnbildlich für die starke Arbeit im Aargauer Turnverband. Beim historischen EM-Silber 2025 stammten vier von fünf Teammitgliedern aus dem Aargau. Auch WM-Finalist Florian Langenegger zählt dazu. Die Resultate bestätigen die kontinuierliche Nachwuchsarbeit – symbolisiert durch das neue Turnzentrum im Kanton.

Talent, Wille – und finanzielle Realität

Trainer attestieren Seifert ideale körperliche Voraussetzungen für das Kunstturnen. Doch ebenso entscheidend ist sein Ehrgeiz. «Alles, wofür ich gearbeitet habe, hat sich ausgezahlt», sagte er nach dem WM-Coup.

Trotz internationaler Erfolge ist die finanzielle Situation im Kunstturnen anspruchsvoll. Preisgeld ist rar – für WM-Bronze gab es ein Plüschtier. Seifert arbeitet deshalb in einem 30-Prozent-Pensum beim Bundesamt für Sport im Bereich Jugend + Sport. Unterstützung von Verband, Sporthilfe und Sponsoren ermöglicht ihm den Leistungssport, grosse finanzielle Sprünge liegen jedoch nicht drin.

Starkes Sportjahr im Aargau

Die Wahl zeigte die beeindruckende Leistungsdichte im Kanton. Hinter Seifert belegte Elena Quirici Rang zwei. Die Karateka gewann Gold an den World Games, EM-Bronze und wurde erneut Grand Winner ihrer Disziplin. Platz drei ging an Ultra-Cyclist Robin Gemperle, der mit Extremrennen über mehrere Tausend Kilometer für Aufsehen sorgt.

Mit dem Special Award Leistungssport wurde Orientierungslauf-Legende Matthias Kyburz ausgezeichnet, der in seiner Karriere 38 Medaillen an Grossanlässen gewann.Martin Probst/LA