Lena-Marie Lutz aus Buchs schreibt mit Olympia-Bronze Geschichte

Die Curlerinnen des CC Aarau sind nicht die einzigen Athletinnen aus dem «Landanzeiger»-Gebiet, die mit olympischem Edelmetall heimkehren. Auch die Eishockeyspielerin Lena-Marie Lutz aus Buchs sorgt mit der Schweizer Nationalmannschaft für glänzende Schlagzeilen. Sie gewinnt in Mailand Olympia-Bronze – und erlebt Momente, die sie wohl nie mehr vergessen wird.

Ein Selfie für die Ewigkeit: Lena-Marie Lutz und ihre Teamkolleginnen vom Frauen-Nationalteam freuen sich nach der Medaillenübergabe auf dem Mailänder Eis.Bild: ZVG

Ein Selfie für die Ewigkeit: Lena-Marie Lutz und ihre Teamkolleginnen vom Frauen-Nationalteam freuen sich nach der Medaillenübergabe auf dem Mailänder Eis.Bild: ZVG

Lena-Marie Lutz betrachtet ihre Bronze-Medaille kurz nach der Siegerehrung – ein Moment voller Stolz und noch kaum fassbarer Emotionen. Bild: SRF Screenshot

Lena-Marie Lutz betrachtet ihre Bronze-Medaille kurz nach der Siegerehrung – ein Moment voller Stolz und noch kaum fassbarer Emotionen. Bild: SRF Screenshot

Als der Puck im Bronzespiel gegen Schweden im Tor einschlägt, brechen bei den Schweizerinnen alle Dämme. Schreie, Tränen, Umarmungen – ein Moment für die Ewigkeit. Für die in Buchs aufgewachsene Lena-Marie Lutz ist Olympia mehr als nur ein Turnier. Es ist ein wahrgewordener Kindheitstraum.

Bereits vor vier Jahren stand die heute 24-jährige Stürmerin in Peking im Schweizer Aufgebot – damals gab es noch eine Niederlage im Spiel um Bronze. Nun klappte es in Mailand. «Als Team haben wir von A bis Z eine gute Leistung gezeigt. Ich bin absolut zufrieden», so Lutz.

Im Gegensatz zu den Corona-Spielen vor vier Jahren konnten diesmal Zuschauer vor Ort mitfiebern. «Das war natürlich schon anders – ein megacooles Erlebnis. Ich fand es enorm wertvoll, dass so viele Leute dabei waren.»

Vom Verletzungspechzum Höhenflug

Dass Lutz in Mailand überhaupt auf dem Eis stand, war lange Zeit ungewiss. Im Frühjahr 2025 brach sie sich den Unterschenkel. Die Teilnahme an den Spielen stand auf der Kippe. Reha statt Vorbereitung, Zweifel statt Vorfreude.

Umso grösser ist nun die Genugtuung. «Die Medaille ist eine Belohnung für alles», sagt Lutz, die beim HC Ambri-Piotta unter Vertrag steht. Hinter dem Erfolg stecken Jahre harter Arbeit, unzählige Trainingsstunden und viel Verzicht. Nun wurde sie dafür mit dem bereits zweiten Auftritt an Olympischen Spielen belohnt. «Ein Teil davon sein zu können, das ist einzigartig», schwärmt sie.

Das Kanada-Spielals Schlüsselmoment

Ein Schlüsselmoment auf dem Weg zu Bronze war für Lutz der Halbfinal gegen Kanada. Zwar verlor die Schweiz knapp mit 1:2, doch das Spiel setzte ein Zeichen. «Wir haben gesehen, dass wir mit den grossen Nationen mithalten können.» Während viele Kanadierinnen Profis sind, arbeiten in der Schweiz noch zahlreiche Spielerinnen nebenbei. «Gerade deshalb ist es schön zu sehen, wie weit wir gekommen sind.»

Gefeiert wurde zunächst in der Garderobe, später mit Familie und Freunden. «Es ist nicht nur meine Medaille. Es ist auch die meiner Familie und all jener, die mich begleitet haben.» Nach Feierlichkeiten am Abend des Medaillengewinns folgten tags darauf in Mailand bereits wieder diverse Medienauftritte. Platz für allzu ausschweifendes Feiern blieb da gar nicht. Schmunzelnd erzählt Lutz: «Es blieb im professionellen Rahmen. Aber wir hatten es schon ziemlich lustig mit dem Team.»

Beim Empfang des Bronze-Teams in Kloten am Montagabend konnte Lutz nicht vor Ort sein. Dafür hat sie beste Erinnerungen an die Schlussfeier in der historischen Arena von Verona. «Das war ein megacooler Event.»

Emiliano Alvarado/AGU