Mit Herz und Engagement unterwegs
Was 2006 mit einer einfachen Idee und sechs engagierten Frauen begann, ist heute aus dem Alterszentrum Schöftland kaum mehr wegzudenken: Die Rollstuhlgruppe des Samaritervereins Schöftland feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen.

Die Idee zur Rollstuhlgruppe Schöftland hatten Ruth Müller und Irene Morgenthaler. Sie wandten sich damals an das Alterszentrum und fragten, ob Interesse an einer Gruppe bestehe, die mit Bewohnerinnen und Bewohnern im Rollstuhl regelmässig etwas unternehmen würde. Der damalige Verantwortliche im Alterszentrum reagierte zunächst eher zurückhaltend: Man solle es doch einfach einmal versuchen. Der Versuch sollte sich lohnen.
Bereits bei der Gründung fragten die Initiantinnen den Vorstand des Samaritervereins an, ob die Rollstuhlgruppe unter dem Namen des Samaritervereins Schöftland starten könne. Die damalige Präsidentin Karin Mayer klärte dies ab, und der Vorstand gab seine Zustimmung.
Unter der Leitung von Ruth Müller starteten sechs Frauen aus dem Samariterverein mit regelmässigen Fahrten am Donnerstagnachmittag. Bei gutem Wetter ging es hinaus an die frische Luft und durch die Umgebung von Schöftland. Die Ausflüge stiessen schnell auf grosse Begeisterung. Bereits 2010 wurde deshalb eine zweite Gruppe für den Freitag gegründet. Die Leitung der Freitagsgruppe übernahmen Margrit Maurer und Sophie Krebs.
Schon weit mehr als 5000 Rollstuhlfahrten
Aus den anfänglich wenigen Ausfahrten wurden im Laufe der Jahre mehrere hundert pro Jahr. 2014 wurden beispielsweise 567 Fahrten gezählt. Bis zum Jubiläumsjahr 2026 kamen trotz der pandemiebedingten Ausfälle insgesamt 5404 Rollstuhlfahrten zusammen.
Doch die Gruppe bietet weit mehr als Spazierfahrten. Wenn das Wetter nicht mitspielt, wird gemeinsam gespielt, gesungen, vorgelesen oder einfach ein Schwätzchen gehalten. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden ausserdem zu Märkten, Lottoanlässen, kirchlichen Veranstaltungen, Weihnachtsfeiern und Ausstellungen begleitet. Auch bei verschiedenen Veranstaltungen des Alterszentrums stehen die freiwilligen Helferinnen und Helfer im Einsatz.
Ein ganz besonderer Moment in der Geschichte der Gruppe war der 22. Dezember 2018. Für die Fernsehsendung «Happy Day» durfte eine Delegation gemeinsam mit Moderator Röbi Koller einen aussergewöhnlichen Tag erleben.
Auch schwierige Zeiten meisterte die Gruppe gemeinsam. Während der Pandemie mussten viele Fahrten abgesagt werden. Damit die Bewohnerinnen und Bewohner trotzdem wussten, dass an sie gedacht wurde, verteilten die Helferinnen und Helfer «Schoggistängeli» und Mandarinen.
2022 ging die Leitung von Ruth Müller an Ruth Krapf über. Heute besteht die Gruppe aus rund 18 Personen. Auch 2025 waren die Helferinnen und Helfer wieder intensiv im Einsatz: Trotz gesundheitlich bedingter Ausfälle konnten 490 Rollstuhlfahrten durchgeführt werden. Hinzu kamen Einsätze bei Lottoanlässen, Märkten, Bewohnerausflügen, einem Zirkusbesuch und der Weihnachtsfeier.
Zum 20-jährigen Jubiläum gilt ein besonderer Dank Ruth Müller und Irene Morgenthaler, deren Idee den Grundstein für die Rollstuhlgruppe legte. Nach 20 Jahren zeigt sich eindrücklich: Die Rollstuhlgruppe lässt sich nicht nur in Fahrten und Zahlen messen. Viel wichtiger sind die Begegnungen, die Gespräche und die gemeinsamen Erlebnisse. Jede einzelne Fahrt schenkt den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Stück Abwechslung und Lebensfreude – und nicht selten ein Lächeln. pd