Mit Nervenstärke zu EM-Bronze

Noe Seifert vom Satus ORO und Florian Langenegger vom STV Schlossrued gewinnen mit der Schweizer Mannschaft an der EM in Zagreb Bronze. In einem spannenden Teamfinal arbeitet sich das Quintett kontinuierlich nach vorne – und hält im entscheidenden Duell mit Italien dem Druck stand.

Florian Langenegger, Mattia Piffaretti, Noe Seifert, Matteo Giubellini und Dominic Tamsel (von links) feiern den Gewinn der EM-Bronzemedaille in Zagreb. Bild: ZVG
Florian Langenegger, Mattia Piffaretti, Noe Seifert, Matteo Giubellini und Dominic Tamsel (von links) feiern den Gewinn der EM-Bronzemedaille in Zagreb. Bild: ZVG

Die Schweizer Kunstturner bleiben im Team eine europäische Spitzenkraft. Ein Jahr nach dem Gewinn der Silbermedaille in Leipzig schafft die Mannschaft an den Europameisterschaften in Zagreb erneut den Sprung aufs Podest. Noe Seifert, Florian Langenegger, Matteo Giubellini, Dominic Tamsel und EM-Debütant Mattia Piffaretti sichern sich mit 242,094 Punkten Bronze hinter Grossbritannien (246,728) und den unter neutraler Flagge startenden russischen Turnern (246,158).

Aus regionaler Sicht ist der Erfolg besonders bemerkenswert: Mit Seifert vom Satus ORO und Langenegger vom STV Schlossrued gehören gleich zwei Turner aus dem Zeitungsgebiet zur erfolgreichen Schweizer Equipe.

Der Weg zur Medaille war allerdings alles andere als selbstverständlich. Nach den Übungen am Boden, am Pauschenpferd und an den Ringen lag die Schweiz zur Halbzeit des Wettkampfs noch auf dem vierten Zwischenrang. Doch das Quintett blieb ruhig und arbeitete sich Gerät für Gerät nach vorne. Mit starken Leistungen am Sprung stiessen die Schweizer auf den dritten Platz vor.

Seifert muss als Letzter die Nerven behalten

Am Barren musste die Mannschaft zwar einen Rückschlag hinnehmen, blieb aber im Rennen um die Medaillen. Damit fiel die Entscheidung am Reck. Italien sass der Schweiz im Kampf um Bronze im Nacken, Fehler durfte sich das Team kaum mehr erlauben.

Florian Langenegger, Dominic Tamsel und Noe Seifert hielten dem Druck stand. Besonders brisant war die Ausgangslage für Seifert: Der 27-Jährige ging als letzter Schweizer ans Gerät und hatte es damit in der Hand, die Medaille abzusichern. Seifert lieferte. Auch den Dreifachsalto beim Abgang brachte er sicher in den Stand. Die Schweiz behauptete mit 242,094 Punkten Rang drei und hielt Italien (240,494) auf Distanz.

«Es ist unglaublich, ich bin mega zufrieden», sagte Seifert danach gegenüber SRF. Der Druck sei enorm gewesen. «Ich habe versucht, einfach alles auszublenden und mich auf die Übung zu fokussieren.»

Für Seifert hatte dieser Moment noch eine zusätzliche Bedeutung. Erst am Vortag hatte er im Reckfinal eine herbe Enttäuschung verkraften müssen. Nach starken Leistungen im Mehrkampf durfte er auch am Einzelgerät auf Edelmetall hoffen, doch ein Sturz beendete seine Medaillenträume.

Nur einen Tag später stand er erneut am Reck – diesmal mit der Teammedaille auf dem Spiel. Dabei half ihm auch die Erinnerung an die Weltmeisterschaften 2025 in Jakarta, wo er mit Bronze im Mehrkampf Schweizer Kunstturngeschichte geschrieben hatte. Mit diesem positiven Bild im Kopf brachte er seine Übung durch. «Wieder gemeinsam auf dem EM-Podest zu stehen, macht uns unglaublich stolz. Diese Medaille bedeutet uns als Team sehr viel», sagte Seifert.

Zum zweiten Mal in Folge auf dem Podest

Auch für Florian Langenegger ist die Bronzemedaille die Fortsetzung einer bemerkenswerten Serie mit der Nationalmannschaft. Der 23-Jährige vom STV Schlossrued hatte bereits 2025 zum Schweizer Team gehört, das in Leipzig Silber gewann. Nun durfte er zusammen mit Seifert erneut eine EM-Teammedaille feiern. STV/RAN