«Moosersagi» kommt in neue Hände
Das traditionsreiche Gasthaus «Moosersagi» in Wiliberg steht vor einem Wechsel: Ende 2026 übergeben Oskar Urech und Heidi Mosimann den Betrieb an zwei vertraute Gesichter aus der eigenen Küche. Damit bleibt die Zukunft des Hauses in bekannten Händen.

Nach rund achteinhalb Jahren treten Oskar «Oski» Urech (67) und seine Lebenspartnerin Heidi Mosimann kürzer. Der gelernte Landwirt hatte das über 150-jährige Gasthaus am 1. August 2018 übernommen – eigentlich mit dem Ziel, im Alter etwas ruhiger zu treten. Doch daraus wurde mehr: Mit viel Herzblut investierten die beiden in die umfassende Modernisierung des Hauses und entwickelten es zu einem beliebten Treffpunkt in der Region.
Urech war zuvor jahrzehntelang Landwirt auf dem bekannten Haldenhof in Hallwil, den er 1986 von seinem Vater übernommen hatte. Zusammen mit Heidi Mosimann betrieben sie die letzten Jahre eine Besenbeiz. Auch in Wiliberg setzte er auf Bewährtes: gutbürgerliche, «chüschtige» Küche, faire Preise und eine familiäre Atmosphäre «ohne Schickimicki». Seine Spezialitäten wurden weit über die Region hinaus bekannt.
Die «Moosersagi», deren Geschichte bis ins Jahr 1874 zurückreicht, hat schon viele Veränderungen erlebt. Das 150-Jahr-Jubiläum im Juni 2024 wurde mit einem grossen dreitägigen Fest gefeiert, das als grösstes Volksfest von Wiliberg in Erinnerung bleibt.
Nahtlose Übergabe an junges Duo
Nun folgt der nächste Schritt: Per Ende Jahr übergeben Urech und Mosimann den Betrieb an zwei ihrer Köche, Sandro Boll (48) aus Aarburg und Martin Röthlisberger (28) aus Oftringen. «Unsere Nachfolger stehen bereit, sie kennen den Betrieb – es passt so viel zusammen, dass wir mit gutem Gewissen loslassen können», sagt Urech.
Die beiden neuen Wirte sind keine Unbekannten: Boll arbeitet seit Oktober 2023, Röthlisberger seit Oktober 2024 – beide als Köche – in der «Moosersagi». Bereits zuvor standen sie gemeinsam in verschiedenen Küchen im Kanton. Boll und Röthlisberger werden als gleichberechtigte Partner fungieren, Röthlisberger als Küchenchef, Boll an der Front.
Bewährtes Konzept bleibt bestehen
Am 12. Januar 2027 nehmen die beiden den Betrieb offiziell auf. «Wir haben hier beste Voraussetzungen», sagt Boll. «Oski und Heidi haben uns den roten Teppich ausgerollt.» An der erfolgreichen Philosophie soll sich wenig ändern: Die gutbürgerliche Küche bleibt, ebenso die Öffnungszeiten und die Nähe zu den Gästen. Die beiden setzen zudem noch mehr auf frische, saisonale Produkte aus der Region.
Die idyllische Gartenwirtschaft mit Blick ins Grüne und die ruhige Lage an der Grenze zu Luzern bleiben weiterhin ein Markenzeichen der «Moosersagi».Wie der Abschied von Oski Urech und Heidi Mosimann konkret aussehen wird, ist noch offen. Sicher ist jedoch: Mit einem einfachen «Adieu, Danke» wird ihre Zeit in Wiliberg kaum enden – zu prägend war ihr Engagement für dieses besondere Haus. RAN