Neue Mega-ARA spaltet die Parteien
Der geplante Bau einer neuen regionalen Kläranlage in Aarau Rohr sorgt im Grossen Rat für ungewöhnliche Allianzen. Während SVP, Mitte, GLP und Grüne den Zusammenschluss von fünf Anlagen grundsätzlich unterstützen, lehnen FDP, SP und EVP den Standort ab. Die wichtigsten Argumente im Überblick.

Die Mitte unterstützt die neue ARA in Aarau Rohr. Sie spricht von einer zukunftsfähigen Lösung für den Gewässerschutz. Die Partei lobt die umfassende Standortprüfung und sieht Vorteile bei Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Auch die GLP sagt Ja zum Projekt. Für sie sind grössere Anlagen leistungsfähiger und langfristig günstiger. Zudem könnten neue Anforderungen bei der Abwasserreinigung – etwa die Entfernung von Mikroverunreinigungen oder PFAS – mit einer grossen Anlage besser bewältigt werden.
Die Grünen stehen ebenfalls hinter dem Zusammenschluss der fünf Kläranlagen. Sie betonen die Vorteile für Gewässer und Trinkwasser. Gleichzeitig verlangen sie strenge Auflagen. So sollen Bevölkerung, Natur und Grundwasser besser geschützt werden. Zudem fordern sie den Rückbau der bestehenden Anlagen sowie eine möglichst klimafreundliche Bauweise.
Die kantonale SVP unterstützt das Vorhaben ebenfalls. Für sie steht die Modernisierung der Abwasserreinigung im Vordergrund. Allerdings fordert sie einen vollständigen Ersatz der verlorenen Fruchtfolgeflächen und möglichst wenige zusätzliche Ausgleichsmassnahmen.
Gegner kritisieren Standortwahl
Die SP lehnt den Standort Aarau Rohr ab. Sie befürchtet Nachteile für Natur, Gewässer und die Bevölkerung. Aus Sicht der Partei sind wichtige Fragen zu Lärm, Gerüchen, Verkehr und Trinkwasser noch nicht genügend geklärt. Zudem kritisiert sie die Standortsuche und verlangt eine neue Prüfung möglicher Alternativen.
Auch die FDP Aargau und die FDP Aarau sagen Nein zum geplanten Standort. Sie anerkennt zwar die Vorteile einer regionalen Anlage, bevorzugt aber einen Ausbau der bestehenden ARA in der Telli. Die Partei verweist auf frühere Studien, welche diese Lösung als technisch machbar einstufen. Zudem fordert sie die Prüfung einer Zwei-Standort-Lösung.
Die EVP stellt sich ebenfalls gegen den Neubau in Aarau Rohr. Sie spricht sich für einen Ausbau der heutigen Anlage aus. Falls dies nicht ausreiche, soll eine zusätzliche Anlage an einem anderen Standort entstehen. Die Partei rechnet zudem mit Widerstand von Natur- und Landschaftsschutzorganisationen.
Auch in Aarau gibt es Widerstand
Besonders deutlich lehnt die SVP Aarau das Projekt ab. Sie befürchtet den Verlust von Kulturland und Naherholungsgebieten sowie Risiken für das Grundwasser. Zudem sei eine einzige grosse Anlage störanfälliger als mehrere kleinere Anlagen. Die Ortspartei fordert deshalb den Ausbau der bestehenden ARA und eine Neuprüfung des Projekts. WIF/RAN