Neue regionale ARA in Rohr geplant

Die fünf Abwasserverbände im Einzugsgebiet Aarau sowie im Wynen-, Suhren- und Uerkental (WSU) wollen sich zum Abwasserverband aarau wsu zusammenschliessen und eine gemeinsame Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Aarau bauen. Eine Standortevaluation empfiehlt das Gebiet Lähe/Salenmatt nahe der heutigen ARA. Der Baustart ist vor 2035 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2038 geplant.

Im Gebiet Lähe/Salenmatt in Rohr soll die neue gemeinsame Abwasserreinigungsanlage für die Region Aarau und das WSU-Gebiet entstehen.Bild: Sarah Moll
Im Gebiet Lähe/Salenmatt in Rohr soll die neue gemeinsame Abwasserreinigungsanlage für die Region Aarau und das WSU-Gebiet entstehen.Bild: Sarah Moll

Die steigenden gesetzlichen Anforderungen an Gewässer- und Umweltschutz machen in den kommenden Jahren eine Erneuerung der bestehenden Abwasserreinigungsanlagen notwendig. Statt fünf Anlagen separat auszubauen, soll im Raum Aarau eine neue zentrale ARA entstehen. Der Kanton Aargau sieht eine solche Lösung bereits im Konzept Abwasserreinigung von 2014 vor.

Eine Evaluation von 17 theoretisch möglichen Standorten ergab nach einer Triage sechs vertieft geprüfte Areale. Als am besten geeignet gilt das Gebiet Lähe/Salenmatt in der Nähe der bestehenden ARA in Aarau. Dort lasse sich eine ausreichend grosse und entwicklungsfähige Anlage mit vergleichsweise geringen Auswirkungen auf Landschaft und Siedlung realisieren. Vorgesehen sind zunächst rund vier, langfristig rund sechs Hektaren Fläche.

Einsparungen inMillionenhöhe erwartet

Die neue ARA soll künftig das Abwasser von 30 Gemeinden reinigen. Laut einer Studie von 2021 lassen sich durch den Zusammenschluss bis 2080 Einsparungen im oberen zweistelligen Millionenbereich erzielen. Investi-tions- und Betriebskosten würden im Vergleich zur Erneuerung der fünf bestehenden Anlagen markant sinken.Zudem versprechen sich die Verantwortlichen ökologische Vorteile: Die Wasserqualität in Wyna, Suhre und Uerke soll sich auf einer Strecke von insgesamt 28 Kilometern verbessern. Durch die Einleitung in die Aare mit stärkerer Verdünnung würden Flora und Fauna weniger belastet. Geplant ist auch eine höhere Energieeffizienz und zusätzliche Produktion erneuerbarer Energie.

Politische Entscheidestehen bevor

Der Stadtrat Aarau hat der Weiterverfolgung des Standorts zugestimmt, erste Gespräche zur Landsicherung verliefen positiv. Für die Realisierung sind jedoch mehrere politische Schritte nötig. Der Kanton muss den Richtplan anpassen; der entsprechende Antrag wurde Ende 2025 eingereicht. Der Entscheid des Grossen Rates wird Ende 2026 erwartet.

Die Stadt Aarau muss zudem die kommunale Nutzungsplanung anpassen. Der Beschluss des Einwohnerrats ist voraussichtlich für Ende 2028 vorgesehen. Über die formelle Gründung des neuen Abwasserverbands sollen die beteiligten Gemeinden 2029 entscheiden.

Läuft alles nach Plan, soll die neue ARA 2038 den Betrieb aufnehmen. Der ambitionierte Zeitplan soll verhindern, dass in die bestehenden Anlagen noch umfangreiche Übergangsinvestitionen getätigt werden müssen.PD/RAN