Nikin-CEO: «Die Schweiz bleibt nicht einfach so ein gutes Land»
Sommerliche Temperaturen und ein abwechslungsreiches Programm prägten die offizielle Bundesfeier am Samstagvormittag auf dem Maienzugplatz im Aarauer Schachen. Rund 250 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Ansprache des Aarauer Unternehmers Nicholas Hänny und genossen musikalische Unterhaltung sowie ein gemeinsames Risottoessen.
Unter dem Blätterdach der Platanen auf dem Maienzugplatz fand am Samstag die offizielle Bundesfeier der Stadt Aarau statt. Rund 250 Gäste aus der Bevölkerung sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Behörden nahmen an der Feier teil. Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker hiess die Anwesenden willkommen.
Im Mittelpunkt der Feier stand die Festansprache von Nicholas Hänny. Der Mitgründer und CEO des Schweizer Modelabels NIKIN sowie Aarauer Einwohnerrat stellte die Frage ins Zentrum, ob man überhaupt stolz darauf sein dürfe, Schweizerin oder Schweizer zu sein. Ausgangspunkt war ein Social-Media-Beitrag, den er vor einem Jahr am Nationalfeiertag veröffentlicht hatte und der eine kontroverse Diskussion ausgelöst hatte.
Hänny schilderte, wie ihn seine zahlreichen Reisen immer wieder erkennen liessen, wie privilegiert das Leben in der Schweiz sei. «Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, denke ich mir dasselbe: Schön, wieder zu Hause zu sein», sagte er. Vieles, worüber sich die Menschen hierzulande aufregten – etwa eine leichte Zugverspätung oder ein Paket, das einen Tag später eintreffe –, sei im internationalen Vergleich Ausdruck eines aussergewöhnlich hohen Lebensstandards.
Die Schweiz funktioniere, betonte Hänny, weil ihre Institutionen, die Infrastruktur und die Demokratie verlässlich seien. Gleichzeitig hob er den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. «Die Schweiz zeigt, dass Zusammenhalt nicht bedeutet, dass alle gleich sein müssen, sondern dass man trotz Unterschieden gemeinsame Werte teilt.»
Verantwortung für die Zukunft
Für Hänny reicht es jedoch nicht aus, die Vorzüge der Schweiz einfach zu geniessen. Stolz auf das Land könne man dann sein, wenn man selbst Verantwortung übernehme. «Ich glaube: Ja. Dann nämlich, wenn wir dieses Privileg nicht einfach geniessen, sondern aktiv dazu beitragen, dass die Schweiz von morgen ebenfalls ein lebenswertes Land bleibt.»
Dabei schlug der Unternehmer den Bogen nach Aarau. Die Kantonshauptstadt sei für ihn «die Schweiz im Kleinen»: eine Stadt mit einer lebendigen Kulturszene, starken Vereinen, engagierten Menschen und innovativen Unternehmen. Gerade dieses freiwillige Engagement bilde die Grundlage dafür, dass sowohl Aarau als auch die Schweiz lebenswert blieben.
Zum Abschluss seiner Rede rief Hänny die Besucherinnen und Besucher dazu auf, sich weiterhin für das Gemeinwohl einzusetzen. «Geniessen Sie das Privileg, übernehmen Sie Verantwortung und seien Sie stolz darauf, Schweizerinnen und Schweizer zu sein», gab er der Festgemeinde mit auf den Weg. Für seine kurzweilige Festansprache erhielt der gebürtige Lenzburger kräftigen Applaus.
Für die musikalische Umrahmung sorgten die Roggehuse-Musig und die Stadtmusik Aarau. Gemeinsam mit den rund 250 Festbesucherinnen und Festbesuchern stimmten die Musikerinnen und Musiker alle vier Strophen der Nationalhymne an.
Im Anschluss lud die Stadt die Bevölkerung zu einem feinen Gemüse-Risotto ein, das von Lotti und Kurt Dober von der Querbeet GmbH zubereitet wurde. Die Festwirtschaft wurde von den Trachtenvereinen Aarau und Seengen betrieben. Natürlich durfte auch das Glacemobil nicht fehlen. Den stimmungsvollen Abschluss bildete der Auftritt der Alphornformation der Stadtmusik. RAN







